Roadhouses stellen im Outback Australiens häufig die einzigen Versorgungsposten für den Durchgangsverkehr und für Reisende dar. Sie sind Tankstelle, Werkstatt, Supermarkt, Restaurant und Café, und bieten mit Campingplätzen und angeschlossenen Motels oder einigen Containern außerdem häufig eine Übernachtungsmöglichkeit direkt am Highway.

Auf den 600 Kilometern auf dem North West Coastal Highway zwischen Exmouth und dem Karijini Nationalpark an der australischen Westküste ist dies auch für uns die einzige Möglichkeit für ein Dach über dem Kopf. Und so buche ich uns kurzerhand per Email für eine Nacht ein Zimmer im Nanutarra Roadhouse.

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Straßenkunst auf der Strecke Exmouth – Nanutarra.

Ankunft & Check-In

Auf dem Weg dorthin denke ich noch, dass ich vermutlich eine verklärte Vorstellung von einer Nacht in so einem Roadhouse habe. Und in der Tat, bereits auf dem Parkplatz des Nanutarra Roadhouse schlägt mir die Realität ins Gesicht: Es stinkt nach altem Pommes-Fett, und zwar so richtig! Wir begeben uns zum Check-In ins Gebäude, bezahlen das Zimmer und bekommen im Gegenzug den Schlüssel für einen Container neben dem Campingplatz ausgehändigt.

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Ankunft beim Nanutarra Roadhouse.

Die Zimmer im Nanutarra Roadhouse

Wie im Motel fährt man mit dem Auto bis vor die Zimmertür (Kofferraum voran). Das hat zum einen den Vorteil, dass man das Gepäck nicht weit schleppen muss, zum anderen, dass das Auto quasi eine nützliche Zimmer-Erweiterung darstellt, denn mit zwei mit frischer Bettwäsche bezogenen Betten, einem Schrank sowie einem kleinen Kühlschrank ist der etwa 6 m² große Raum bereits vor unserem Eintreten voll! Aber immerhin, der Raum hat Licht und sogar eine alte Klimaanlage. Toiletten-, Dusch- und Waschmöglichkeiten gibt es übrigens in einem extra Wasch-Container, zu dem wir und die anderen Campingplatz-Gäste mittels eines Codes Zutritt erhalten. Auch Handtücher sind im Preis inbegriffen.

Die Umgebung von Nanutarra

Und nun?! Was macht man die ganzen Stunden bis zum Schlafen Gehen in so einem Roadhouse, wird sich der eine oder andere jetzt sicher fragen. Und auch wir rechnen insgeheim schon mit schlimmer Langeweile. Doch während die Camper mit dem Aufbau ihrer Wohnwagen, Zelte und Grills beschäftigt sind, beschließen wir, los zu ziehen und die Umgebung zu erkunden. Ich hatte gelesen, dass es ganz in der Nähe einen Fluss und einen tollen Ausblick von einer Highway-Brücke geben soll, und dafür müssen wir nicht einmal besonders weit laufen.

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Traumhafte Umgebung in Nanutarra.

Außerdem haben wir Glück, denn dieser Fluss führt im Gegensatz zu den meisten anderen zu dieser Jahreszeit in Westaustralien sogar Wasser, und so genießen wir die grandiose Landschaft, fotografieren und beobachten einen wunderschönen, romantischen Sonnenuntergang.

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Sonnenuntergang im australischen Outback bei Nanutarra.

Nur hin und wieder schießt einer der für Australien berüchtigten Roadtrains hupend an uns vorbei – doch, ungefähr so hatte ich mir das vorgestellt…echte Roadtrip-Romantik 😉

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Roadtrain auf dem Highway bei Nanutarra.

Der Abend und die Nacht im Nanutarra Roadhouse

Glücklich kehren wir zu unserem Container zurück. Da wir keine Lust auf fettiges Fast-Food aus dem Roadhouse verspürten, haben wir uns in Exmouth vorsorglich mit Wraps, Hummus, frischem Gemüse und Fetakäse eingedeckt und bereiten nun im Kofferraum unser gesundes und leckeres Abendessen zu. Zusammen mir einer Flasche Wein ist der Abend auf den Plastikstühlen vor unserem Container ziemlich perfekt!

Bereits gegen 21Uhr herrscht Ruhe auf dem Campingplatz, und so begeben auch wir uns zum Waschraum und dann für unsere Verhältnisse recht früh ins Bett. Die Nacht verläuft ruhig, zumindest stört uns nichts durch die pappdünnen Wände.

Frühstück im Nanutarra Roadhouse

Im Zimmerpreis enthalten ist tatsächlich sogar ein einfaches Frühstück mit Kaffee, Toast mit Butter und Marmelade, sowie Cornflakes, Milch und Äpfeln. Leider müssen wir uns dafür in das Hauptgebäude des Roadhouses begeben – wir überwinden uns trotz Fettgeruchs – und sind dann doch positiv überrascht. Natürlich ist das hier kein Luxus-Frühstück, aber das haben wir in einfachen Motels in den USA zum Teil viel schlechter erlebt!

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Frühstück im Nanutarra Roadhouse.

Nach dem Frühstück wird gepackt, voll getankt und weiter gefahren, zu unserem nächsten Ziel, dem Karijini Nationalpark.

Fazit:

Die Übernachtung im Nanutarra Roadhouse war ein echtes Erlebnis, das ich auf unserem Westaustralien-Roadtrip nicht missen möchte. Gerade für Mietwagen-Fahrer dienen die Roadhouses auf den langen Distanzen oft als einzige Übernachtungsmöglichkeit. Dies spürt man jedoch bei den Preisen, sowohl was die Zimmer, als auch was die Verpflegung betrifft. Zusammen mit dem doch relativ geringen Komfort würde ich daher eine Übernachtung in einem Roadhouse nur in Ausnahmefällen empfehlen.

Wissenswertes:

Reisezeitraum? 28.-29. Juli 2018

Roadhouses Westaustralien? Es gibt insgesamt 31 Roadhouses in Westaustralien. Eine Übersicht und die entsprechenden Entfernungen könnt ihr folgender Karte entnehmen:

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Kosten? Ab $135 für 2 Personen inkl. Frühstück, Bettwäsche & Handtücher.

Weitere Infos? Auf der Seite des Nanutarra Roadhouse bekommt ihr Infos zu den Zimmern, den Kosten, sowie zur Buchung.

 

Hast du schon einmal in einem australischen Roadhouse übernachtet? Welches kannst du empfehlen?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia

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