Nachdem wir uns dieses Jahr dazu entschieden haben, unseren Traum vom eigenen 4×4-Offroad-Camper wahr werden zu lassen, und Samurai, ein Toyota Hilux mit Exkab-Expeditionskabine zu uns gestoßen ist, mussten wir uns als blutige Camping-Anfänger erst einmal damit beschäftigen, was für eine Ausrüstung wir eigentlich für das Reisen mit einem solchen Fahrzeug benötigen. Welche Ausstattung braucht man wirklich auf einer Offroad-Reise, und was müssen wir vorab alles besorgen und mitnehmen?

Da der Platz in solch einem Reisemobil natürlich viel begrenzter ist, als in einem großen Wohnmobil oder Kastenwagen, galt für uns von Anfang an: Weniger ist oft mehr. Und so stöberten wir wochenlang bei verschiedenen Outdoor-Läden, Camping-Ausstattern und Offroad-Zubehör-Händlern nach den für uns passenden Gegenständen, sowohl für uns persönlich als auch für Samurai, unser Fahrzeug. Damit du einen schnellen Überblick hast über wirklich wichtige und notwendige Anschaffungen, fasse ich in diesem Beitrag mal unsere komplette Ausrüstung zusammen.

Fahrzeugzubehör für unseren Toyota Hilux

Die richtigen Reifen sind für dein Offroad-Fahrzeug selbstverständlich von essentieller Bedeutung. Wir haben uns für den allgemeinen Reiseeinsatz für All-Terrain-Reifen 265/65R 18BFGoodrich entschieden inklusive Reserverad, Reifenflickset und Wagenheber/Werkzeug zum Wechseln. Um den Luftdruck der Reifen unterwegs jederzeit regulieren zu können, haben wir einen Kompressor im Motorraum einbauen lassen.

Des weiteren haben wir unserem Fahrzeug einen kompletten Unterfahrschutz (vorne, Getriebe und Tank) spendiert, sowie einen Schnorchel und erhöhte Getriebe- und Achsentlüftung für Fahrten durch tiefere Gewässer.

Als Bergematerial haben wir zwei GFK-Sandboards an Bord, ein BergeseilSpanngurte, eine Schaufel, sowie Handschuhe. Unser Fahrzeug besitzt nämlich keine Seilwinde!

Sonstige Ausstattung für das Fahrzeug:

  • 20 Liter Benzinkanister
  • Motoröl
  • Ersatz-Lampen
  • Feuerlöscher/Feuerlöschdecke
  • Warnwesten
  • Verbandskasten
  • Axt
  • 15 Liter Wasserkanister
  • Gaffer Tape
  • Kabeltrommel
  • Fahrzeugschein
  • Grüne Versicherungskarte
  • Schutzbrief

Unsere kompakte Campingausstattung im Offroad-Camper

Wie gesagt, Platz ist in einem solchen Offroad-Reisemobil Mangelware. Jeder (Stau-)Raum muss ideal ausgenutzt werden. Daher haben wir uns beim Thema Stühle für zwei Westfield Regiestühle entschieden. Die Maße sind kompakt, die Stühle bequem und super schnell auf- und abgebaut, aber dennoch stabil, und zum aufrechten Sitzen am Tisch (80x60cm) von Holiday Travel geeignet. Auch der Tisch ist auf ein relativ kleines Packmaß zusammenfaltbar.

Zum Kochen haben wir den mobilen 2 Flammen Spiritus-Kocher Origo 3000 inklusive zwei Flaschen Brennspiritus dabei und zusätzlich noch einen kleinen einflammigen Gaskocher mit Ersatzgaskartusche für schnelles Kaffeekochen. Ein Stabfeuerzeug eignet sich ideal zum Anzünden, auch für das anschließende Lagerfeuer.

Weitere Ausstattung für die Camping-Küche:

  • Primus Kochtopfset Large (2 Töpfe plus tiefe Pfanne)
  • Ballarini Click & Cook Bratpfanne (24cm)
  • Faltsieb
  • Faltschneidebrett
  • Küchenmesser mit Wellenschliff
  • Pfannenwender/großer Holzlöffel
  • Schneebesen
  • Messbecher
  • 2x Primus Cutlery-Set (Gabel/Messer/Löffel)
  • 4 kleine Löffel
  • 4x Tatonka Edelstahl-Teller (2x groß/klein)
  • 2x Tatonka Edelstahl-Tassen
  • 2x Müslischale
  • Eierbecher/Eierstecher
  • 2x Stiellos-Glas
  • Espressokocher
  • Flaschenöffner/Dosenöffner
  • Schere
  • Aufbewahrungsdosen mit Deckel
  • Frischhaltebeutel
  • Müllbeutel
  • Küchenhandtücher
  • Küchenrolle
  • Spülmittel/Spülbürste
  • Putzlappen
  • Wilderness Wash Reiseseife

Unsere Wohnkabine ist mit einem Kunststoff Regalsystem mit Schubladenkisten ausgebaut. Damit die kleinteiligen Gegenstände, das Besteck und die Gläser darin nicht einfach irgendwie durcheinander fliegen, habe ich eine flache Kiste mit Stecksystem-Stauleisten für Schubladen von Purvario ausgestattet. So bleibt auch unterwegs alles an seinem Platz.

Weitere Grundausstattung für den Offroad-Camper

Und dann gibt es noch einige weitere nützliche und praktische Helfer und Gegenstände, auf die wir je nach Reiseland und Stellplatz nicht verzichten möchten:

  • Mini-Wasserwaage zum Ausrichten des Fahrzeugs
  • Sturmband-Set (Gurtband, Spiralfeder, Heringe und Hammer), um die Markise zu sichern
  • Schmutzfangmatte am Eingang zur Wohnkabine
  • kleiner Akku-Handstaubsauger
  • Wäscheleine und Wäscheklammern
  • Klemmstange zum Trocknen von Handtüchern in der Wohnkabine
  • schnell trocknende Microfaser Hand- und Duschtücher
  • Falteimer
  • Picknickdecke
  • Taschenlampe und/oder Stirnlampe
  • Fahrtenmesser
  • Kerzen/Teelichter
  • Moskitonetz und Mückenschutz
  • Sinus-Wechselrichter 12V auf 220V
  • Regenschirm

Das Thema Toilette im Offroad-Camper

„Wie macht ihr das unterwegs eigentlich mit der Toilette?“ ist eine der uns am häufigsten gestellten Fragen, und eine unter Overlandern gerne diskutierte Thematik. Und auch für uns war das vor dem Fahrzeugkauf schon fast ein „Streitthema“. Denn ich war der Meinung, dass man so etwas in einem Offroad-Camper nicht braucht, kann man doch abseits jeglicher Zivilisation immer gut hinter dem nächsten Busch oder Baum verschwinden. Daniel hingegen wollte am liebsten eine ganze Nasszelle im Fahrzeug unterbringen, um überall ungestört auf die Toilette gehen zu können. Tja…

Beim Stöbern in den verschiedenen Overlander-Foren fiel immer wieder der Begriff Porta Potti, eine tragbare Toilette, die keinen Anschluss an einen Abfluss oder an ein Wasserversorgungssystem benötigt. Daher braucht es hier allerdings Chemie für den Fäkalientank, der natürlich auch regelmäßig geleert werden will.

Dann las ich einen Artikel über eine Trocken-Trenntoilette der Firma Kildwick, das sogenannte EasyLoo oder MiniLoo. Diese Toiletten haben einen Kanister für Flüssigkeiten und einen kleinen Eimer für Feststoffe, in den zusätzlich noch eine Mülltüte kommt. Die Trennung wird durch einen speziellen Trenneinsatz realisiert. Angeblich gibt es dadurch keinerlei Geruchsentwicklung, wenn man die Toilette alle 2-3 Tage leert.

Wir haben nun vorerst einmal eine ganz primitive Lösung, eine Ex-Trockentoilette aus pulverbeschichteten Aluminium. Das ist einfach ein grauer Würfel mit Loch, in/über den man eine Tüte zum Auffangen der Fäkalien stülpt. Praktisch dafür sind die Superbag-Toiletteneinlagen-Beutel, die schon einen Superabsorber enthalten, der die Fäkalien verfestigt und deren Geruch neutralisiert – funktioniert einwandfrei! Diese Beutel kosten allerdings ca. 3€ pro Stück. Daher haben wir zusätzlich normale Müllbeutel und Kleintierstreu dabei. Nach dem Geschäft wird der Beutel verknotet und im nächsten Restmülleimer entsorgt. So kutschieren wir auch nicht tagelang Fäkalien in der Wohnkabine umher, ein Gedanke, der mich bei allen anderen Toiletten-Lösungen sehr gestört hat.

Weitere WC-Ausstattung:

  • Toilettenpapier
  • feuchte Tücher
  • Roadbag Taschen-WC für Männer
  • Taschen-WC Ladybag für Frauen

Hast du als erfahrener Overlander noch den ultimativen Tipp für unsere Ausrüstung? Oder hast du ein Produkt, das wir in Form einer Kooperation testen und über das wir berichten sollten?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia

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