„Wie um Himmels Willen seid ihr in Deutschland auf die Idee gekommen, die Puna zu bereisen?! Sogar in Argentinien kennt diese Region kein Mensch!“, stellt Jorge klar und lacht, begeistert von unseren Reiseplänen, den unbekannten Nordwesten Argentiniens zu entdecken. Er und seine Frau, Hauptstädter aus Buenos Aires, bereisen jedes Jahr zwei Wochen ohne ihre Kinder eine andere Ecke ihres Heimatlandes. In der Puna sind sie zum ersten Mal. Wir sind uns sofort sympathisch und beschließen, den Abend bei Pizza und Wein und gegenseitigem Reisegeschichten Erzählen zu verbringen.

Es ist unser erster Abend in Antofagasta de la Sierra, wo wir während unseres Roadtrips durch die Puna für zwei Nächte Quartier in der Hosteria Pueblo del Sol beziehen, einer der wenigen, einfachen Unterkünfte in dieser karg besiedelten Gegend. Wir hatten im Vorhinein der Reise lange hin und her überlegt, ob wir diesen Roadtrip mit einem Camper oder einem Mietwagen unternehmen, uns letztendlich wegen der horrenden Kosten gegen die Flexibilität des Campers und für den Mietwagen entschieden.

Von Uspallata aus Richtung Süden kommend, beginnt unser Puna-Abenteuer im kleinen Örtchen Belén an der berühmten Ruta 40. Im Folgenden verrate ich euch unsere exakte Route durch die Puna, mit allen Highlights und sehenswerten Orten am Wegesrand sowie hilfreichen Tipps zu Straßenbeschaffenheit, Fahrtzeiten und Unterkünften.

Tag 1: Von Belén in die Puna

Unser Ausgangsort für eine Entdeckungsreise durch die Puna ist die kleine Stadt Belén in der argentinischen Provinz Catamarca, ein seltsam langweiliger Ort, der neben einem vermüllten, ausgetrockneten Flussbett nicht viel zu bieten hat. Wir verbringen die Nacht günstig in der Unterkunft Las Cardas Posada, machen einen umfassenden Einkauf im hiesigen Supermarkt und tanken am nächsten Morgen noch einmal voll, bevor wir über die Ruta 40, die Argentinien übrigens, parallel zur Panamericana an der Küste, bis nach Patagonien durchquert, Richtung Norden fahren. Bei Las Juntas – hier könnt ihr theoretisch auch noch einmal tanken – biegen wir nach etwa 50 Kilometern links ab und befinden uns nun auf der Ruta 43, der wir die kommenden Tage durch die Puna folgen werden.

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Felslandschaft an der Ruta 43 eingangs der Puna.

Ich hatte damit gerechnet, dass wir uns ab hier über Schotterpisten bewegen würden, zu meiner Überraschung ist die Ruta 43 aber zunächst sehr gut asphaltiert. Wir passieren einige letzte, kleine Höfe, Schaf- und Wildpferdeherden, bis uns das weite, karge Tal des Rio Belén verschluckt.

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Das karge Tal des Rio Belén.

Hier, etwa 1 ½ Stunden Fahrtzeit nach dem Abzweig von der Ruta 40, wird die Straße immer schmaler und zu einer durchgängigen Schotterpiste. Außerdem schrauben wir uns immer weiter hoch in luftige Höhen bis auf eine Passhöhe um die 4000 Meter. Zum Glück haben wir und auch unser Toyota 4-Runner keinerlei Probleme mit der dünnen Luft.

Immer wieder queren wir kleine Flussläufe, die jetzt, in der Trockenzeit, allerdings nur eine relativ geringe Wassertiefe haben und somit auch mit einem normalen Allrad-Fahrzeug ohne Schnorchel gut zu durchfahren sind.

Ein Höhepunkt auf dieser Strecke sind riesige weiße Sanddünen, die von den Ausläufern der Berge bis an die inzwischen wieder asphaltierte Straße heran reichen. Was aus der Ferne zunächst wie Schnee aussieht, entpuppt sich beim Vorbeifahren als Sand, der vom Wind aus der Talebene hier angehäuft wird. Auch die ersten Vikunjas lassen sich blicken, was für eine wunderschöne Strecke!

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Am Straßenrand der Ruta 43 türmen sich weiße Sanddünen auf.

Nach etwa zwei Stunden Fahrtzeit gibt es rechter Hand einen ausgeschilderten Abzweig zur Laguna Blanca, einem etwa eine Millionen Hektar großen Naturschutzgebiet, in dem ihr von September-November und im April/Mai eine große Kolonie seltener Andenflamingos beobachten könnt. Da wir jedoch im August unterwegs sind, sparen wir uns den Abzweig.

Ein weitere Stunde später, etwa 150 Kilometer nach dem Abzweig von der Ruta 40, erreichen wir das beschauliche Oasendorf El Peñon. Hier gibt es einige Hospedajes (Unterkünfte) zum Übernachten.

Doch wir wollen noch weiter an diesem Tag zu einem DER Highlights in der Puna, dem Campo de Piedra Pomez. Ein ausgewiesener 4×4-only-Track dorthin biegt nur wenige Kilometer hinter dem gerade passierten Ortlinks irgendwo ins Nirgendwo ab. Diese Strecke hat uns im Vorhinein ein bisschen Sorgen gemacht, da wir immer wieder gelesen haben, dass sie sehr anspruchsvoll zu fahren sei und die Fahrspuren im Sand nicht immer klar auszumachen sind. Wir haben zwar in den letzten Jahren auf Reisen einige Offroad-Fahrerfahrung gesammelt, so einsam und abgelegen wie in der Puna waren wir jedoch noch nie unterwegs (bis zu diesem Zeitpunkt ist uns lediglich ein einziges anderes Fahrzeug am heutigen Tag begegnet!).

Wir überlegen hin und her, doch letztendlich siegt der Reiz des Abenteuers und ich gebe Gas: Zunächst führt eine relativ harmlose Wellblech-Schotterpiste bergab, dann geht es weiter entlang eines wohl ausgetrockneten Sees mit in dieser Landschaft seltsam unpassenden Schilfgrasbüscheln.

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Schilfgras auf dem Weg zum Campo de Piedra Pomez.

Dann folgen einige sandige Abschnitte und zum Schluss noch einige hundert Meter mit extrem spitzsteinigem Untergrund. Manchmal war die Fahrspur 100 Meter breit, doch eigentlich war der Weg immer gut auszumachen, sodass wir schon nach etwa 40 Minuten die ersten Ausläufer des rot-weiß schimmernden Felsenmeeres erreichen. Ich lenke unseren Wagen noch ein paar Minuten weiter bis zu einer Art Parkplatz, wo wir halten und zunächst eine Mittagspause einlegen, da das Sonnenlicht noch viel zu grell und hart zum Fotografieren ist.

Gegen Nachmittag machen wir uns dann endlich mit unseren Kameras auf in das Steinfeld, klettern auf einige der 10-15 Meter hohen Felsen und stellen fest, dass es sich bei der Steinstruktur um Bimsstein handelt. Der Wind nagt stetig an der Gesteinsformation, die sich durch diese Erosion immer weiter verändert, und der abgetragene Steinstaub lagert sich weiter hinten an den Berghängen zu imposanten Dünen ab. Was für eine irre Landschaft, wir sind völlig begeistert!

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Das Steinfeld Campo de Piedra Pomez in der Puna.

Erst kurz vor Sonnenuntergang treffen zwei weitere Fahrzeuge ein, eine Reisegruppe samt Guides, und wir machen uns auf den Rückweg zur Ruta 43, um noch vor Einbruch der Dunkelheit unser Hostal in Antofagasta de la Sierra zu erreichen, was über die frisch geteerte Straße ohne Probleme möglich ist.

Tag 2: Von Antofagasta de la Sierra zur längsten Salar Argentiniens

Für zwei Nächte checken wir in der Hosteria Pueblo del Sol in Antofagasta de la Sierra, einer der größten Ortschaften in der Puna, ein. Hier gibt es nicht nur einige Herbergen, sondern auch eine Tankstelle, einen Geldautomaten, sowie 2-3 Restaurants und Kioske, um die Vorräte aufzufüllen. Der kleine Ort mit seinen staubigen Straßen versprüht keinen wirklichen Charme, sehenswert sind jedoch die beiden naheliegenden Vulkankegel, die man auch besteigen kann, und das sie auf mehreren Quadratkilometern umgebende schwarze Meer aus Lavasteinen.

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Aussicht auf die beiden Vulkankegel von Antafogasta de la Sierra.

Wir aber wollen heute noch tiefer in die unendlichen Weiten der Puna vordringen und machen uns von Antofagasta auf den kurvenreichen Weg zur längsten Salzwüste Argentiniens, der Salar Antofalla. Auf dieser Strecke, die uns ausschließlich über zum Teil sehr schlechte, schlaglöchrige und steinige Schotterpisten führt, überwinden wir außerdem extreme Höhenunterschiede, die in sehr kurzen Abschnitten aufeinander folgen. Auf den etwa 90 Kilometern bis zur Salar bewegen wir uns auf Höhen zwischen 3300 und 4650 Metern.

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Hochebenen und Lamas auf der Strecke zur Salar Antofalla.

Dabei führt uns der Weg zunächst in etwa drei Stunden über einsame Hochebenen, auf denen hunderte Lamas grasen, vorbei an gefrorenen Flüssen und Wasserfällen bis auf die Passhöhe Kolla Atacameña, um uns dann nur wenige Minuten später beim Mirador Salar Antofalla einen der spektakulärsten Ausblicke unseres Lebens zu bescheren. Diese unfassbaren Ausmaße der Salar, die Farben und die umliegende Landschaft – ich bin einfach sprachlos!

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Spektakuläre Landschaft rund um die Salar Antofalla.

Nach dem Anblick von oben wollen wir nun die Salzwüste aus nächster Nähe begutachten und folgen der Piste weiter, quer durch die Salar, bis zum kleinen Oasendorf Antofalla.

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Piste quer durch die Salar Antofalla, die längste Salzwüste Argentiniens.

Vor Antofalla biegen wir links ab und fahren weitere 15 Kilometer auf der staubigen Wellblech-Piste, bis wir die Ojos del Campo erreichen. Das sind mehrere unterschiedlich geformte Lagunen, die je nach Wasserstand und Algenbefall von blau, türkisfarben über grün bis manchmal sogar zu einer intensiven roten Farbe schimmern. Ein weiteres Highlight der Puna!

Unser ursprünglicher Plan war es, von hier nun eigentlich zurück, an Antofalla vorbei, über eine alte Passstraße und die Salar de Arizaro sowie am surrealen Felsen Cono de Arita vorbei bis nach Tolar Grande, einer alten Minensiedlung mitten in der Wüste, zu fahren. Wir haben dort jedoch leider vorab kein Quartier in einer der beiden Hospedajes bekommen. Daher machen wir uns an dieser Stelle nun einfach, aber nicht minder glücklich, auf den Rückweg nach Antofagasta. Und während ich unseren absolut zuverlässigen Toyota die Berghänge entlang steuere denke ich, was nach dieser schier unglaublichen Landschaft auf unseren zukünftigen Reisen eigentlich noch kommen soll?! Für mich war dieser Tag jedenfalls einer der spektakulärsten Reisetage meines Lebens!

Tag 3: Lost Place Mina Incahuasi und eine Reifenpanne

Der heutige Tag führt uns von Antofagasta de la Sierra weiter auf der Ruta 43 Richtung Norden. War die Straße bis Antofagasta hervorragend frisch geteert, ist sie im weiteren Verlauf noch unbefestigt. Dies sollte sich jedoch in den kommenden Monaten ändern, die dafür benötigten Baufahrzeuge haben wir auf einigen Abschnitten bereits angetroffen.

Unser erstes Etappenziel liegt 85 Kilometer und etwa zwei Stunden Fahrtzeit entfernt, eine verlassene Quarz- und Goldmine, die Mina Incahuasi, die ursprünglich von den Inkas, danach von den spanischen Eroberern und zuletzt im 20. Jahrhundert ausgebeutet wurde. Obwohl wir Freunde verlassener Orte sind, hatte ich diesen Lost Place im Vorhinein der Reise nicht auf dem Schirm. Aber Jorge, unser neuer argentinischer Freund vom Vorabend, hatte davon gelesen, ihn bereits am Vortag besucht, und empfahl ihn uns sehr. Er sollte Recht behalten!

Die Mine und das dazugehörige verlassene Dorf mit einigen Wohnhäusern liegt direkt am Rande des Salar del Hombre Muerto, versteckt hinter einem Bergrücken. Wieder sind wir das einzige Fahrzeug weit und breit, und schon bald klettern wir über alte Steine und durch die Überreste der Wohnhäuser der Minen-Arbeiter. Zuletzt von 1936 bis 1954 lebten und arbeiteten hier einige hundert Menschen, die etwa 40 Tonnen Quarz am Tag abbauten. Für mich ist es immer wieder faszinierend, an solchen verlassenen Orten zu sein und sich vorzustellen, wie die Menschen hier gelebt und gearbeitet haben. Und so vergeht die Zeit wie im Flug.

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Die aufgegebene Mina Incahuasi.

Nach etwa 2 Stunden brechen wir wieder auf. Jorge hatte uns den Tipp gegeben, NICHT die direkte Strecke über die Salar, sondern lieber den Umweg drumherum zu nehmen, da die direkte Route in einem unheimlich schlechten Zustand mit großen Schlaglöchern und matschigen Abschnitten und daher quasi unbefahrbar sei. Als wir versehentlich doch auf diese Strecke gelangen, merken wir das sofort und drehen lieber wieder um.

Als wir die Salzwüste des toten Mannes hinter uns lassen, haben uns extrem trockene, staubige Pisten wieder. Wiederholt kommen uns mehrere riesige Sattelschlepper entgegen, die Material von und zu den umliegenden aktiven Minen transportieren. Die LKW wirbeln dabei so viel Staub auf, dass ich jedes Mal für einige Zeit anhalten muss, weil ich überhaupt nichts mehr um mich herum sehe.

Wenige Minuten später erspähen wir vor uns einen Pickup am Straßenrand sowie zwei wild winkende Männer. Kurz schrillen meine Alarmglocken: Ein Überfall? Ich hatte immer wieder von solchen Situationen in Südamerika gelesen, dass Unfälle oder Pannen simuliert werden, um arglose Vorbeifahrende zum Halten zu bringen und sie anschließend zu überfallen. Ich rolle sehr langsam auf die beiden Männer und das Fahrzeug zu, um mehr Zeit zu haben die Situation einzuschätzen. Dann lassen wir ein Fenster herunter. Glücklicher Weise sind es tatsächlich nur zwei Geschäftsmänner mit einem platten Reifen. Ihr Mietwagen, ein roter Pickup, hat kein brauchbares Werkzeug, und so helfen wir ihnen kurzerhand mit unserem aus.

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Landschaft und Piste bei der Salar de Pocitos.

Nach dem Übergang aus der Provinz Catamarca in die Provinz Salta ändert sich die Straßenbezeichnung von Ruta 43 auf Ruta 17. Wir passieren die Salar de Pocitos, eine etwas kleinere Salzwüste, und treffen nun deutlich mehr Fahrzeuge an, Arbeiter und Geschäftsleute der umliegenden Minen. In dieser Gegend verläuft sogar eine Bahnstrecke für den Transport der in den Minen abgebauten Eisenerze.

Im Dorf Olacapato legen wir eine kleine Pause ein, es ist jedoch so windig, dass wir unseren Wagen kaum verlassen können.

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Der Bahnhof von Olacapato, einer kleinen Ortschaft in der Puna.

Meine Hoffnung darauf, dass die „Haupstraße“ Ruta 51 nach San Antonio de los Cobres wieder befestigt ist, um ein bisschen zügiger Strecke zu machen, erfüllt sich nicht. Und so fahren wir eine weitere Stunde über unglaublich ausgefranste Passstraßen mit vielen Serpentinen.

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Passstraße auf dem Weg nach San Antonio de los Cobres.

Insgesamt brauchen wir mit Foto-Stops ca. 10 Stunden für die 325 Kilometer von Antofagasta de la Sierra nach Antonio de los Cobres!

Tag 4: Die höchst liegende Eisenbahnbrücke der Welt

Nach einer angenehmen Nacht zurück in der Zivilisation im verschlafenen Bergbauort San Antonio de los Cobres, wo wir im Hostal Sumaq Samay unterkommen, haben wir ein letztes Ziel in der Puna: Das Viaducto la Polvorilla. Diese 63m hohe und 224m lange Stahlkonstruktion gehört mit ihrer Lage auf 4220 Metern Höhe zu den beeindruckendsten Bauwerken Südamerikas. 1932 eröffnet, ermöglicht die Brücke seither eine Zugverbindung zwischen der argentinischen Stadt Salta und dem chilenischen Antofagasta am Pazifischen Ozean. Der sogenannte „Tren a las Nubes“ verkehrt ein Mal in der Woche von März bis November.

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Unser Mietwagen Toyota 4-Runner vor dem Viaducto la Polvorilla.

Das Viadukt befindet sich etwa eine halbe Stunde Fahrtzeit westlich von San Antonio de los Cobres an der Ruta 40. Die Brücke ist ein Touristenmagnet samt Souvenirladen mit lokalem Kunsthandwerk, was uns nach Tagen der Einsamkeit etwas verstört. Da wir jedoch sehr früh am Morgen unterwegs sind, haben wir die Gegend zunächst für uns alleine.

An einer Hangseite kann man einen steilen Wanderweg hochsteigen, die Brücke erklimmen und die schwindelerregende Aussicht genießen. Es ist sogar möglich, die Brücke zu Fuß zu überqueren, doch uns ist heute Morgen noch zu kalt, und der Wind bläst so heftig und eisig durch die Schlucht, dass wir uns das ersparen. Aber auch der Anblick von unten lohnt sich sehr!

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Spielzeuge eines Riesen? Felsbrocken am Rande der Ruta 40 nördlich von San Antonio de los Cobres.

Kurzerhand beschließen wir, nicht zur Ruta 51 zurück zu kehren, sondern der Ruta 40 weiter Richtung Norden zu folgen, was sich landschaftlich noch einmal richtig lohnt! Wieder schrauben wir uns bis auf über 4000 Meter hoch und durchqueren eine Ebene mit riesigen roten Felsen, die wie auf einem Spielfeld verstreut daliegen, absolut surreal! Dann biegen wir links auf die Ruta 52 ab und verlassenen Argentinien und die Puna nach abenteuerlichen 1000 Kilometern über den Paso de Jama mit Ziel San Pedro de Atacama in Chile.

Wissenswertes:

Reisezeitraum? 13.-17. August 2019

Quartiere? Alle genannten Quartiere habe ich über die Platform booking.com vorab gebucht.

Fahrzeug? Für diese Tour ist ein geländegängiges Allrad-Fahrzeug mit ausreichend Bodenfreiheit unbedingt notwendig! Wir haben unseren Toyota 4-Runner über Europcar ab/bis Santiago de Chile gebucht. Kostenpunkt, samt der Erlaubnis, auch nach Argentinien fahren zu dürfen (Permiso Argentina), ca. 2100€ für 2 Wochen.

sonstige Ausrüstung? Du solltest immer genügend Vorräte wie Wasser, Lebensmittel und Treibstoff dabei haben! Ein Zusatz-Benzinkanister bekommt man günstig an jeder Tankstelle. Dein Fahrzeug sollte unbedingt ein Ersatzrad haben, sowie Werkzeug, um dieses auch wechseln zu können. Auch Bergungsmaterial wie Schaufel, Abschleppseil, Sandbleche und/oder Seilwinde können nützlich sein. Darauf haben wir jedoch verzichtet! Da es in diesen Höhen jederzeit einen Kälteeinbruch und Schnee geben kann, ist warme Kleidung samt Mütze und Handschuhen auf so einer Tour ein Muss!

Höhenkrankheit? In der Puna bewegst du dich auf Höhen zwischen 3000 und 5000 Metern. Du solltest dich also vorher einige Tage auf 2000-3000 Metern Höhe akklimatisieren, bevor du deinen Trip startest!

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Internet/Handyempfang? Stelle dich darauf ein, dass du in der Puna tagelang keinen Handyempfang hast! Unzuverlässiges WLAN gibt es nur in manchen Hospedajes, wie z.B. in Antofagasta de la Sierra.

Navigation? Ohne Internetempfang ist es umso wichtiger, nützliche offline Navigations-Apps zu kennen. Wir sind in der Puna mit CityMaps2go und maps.me gut gefahren. Selbst kleinste, abgelegene Pisten sind im Kartenmaterial der beiden Apps markiert!

Alternativroute? Wie ich bereits im Beitrag angedeutet habe, gibt es ab Antofalla eine spannende Alternativroute über den Cono de Arita, die Salar de Arizaro, Tolar Grande, die Ojos del Mar und die Desierto del Diabolo zurück zur Ruta 17. Diese Tour ist jedoch ausschließlich mit Zusatzübernachtung in Tolar Grande möglich! Für diese Strecke werden wir wohl irgendwann noch einmal in die Puna zurückkehren müssen. Wer jetzt schon mehr darüber erfahren möchte, kann bei Roads & Rivers nachlesen.

Puna, Atacama oder Uyuni? Die argentinische Puna bildet gemeinsam mit dem bolivianischen Altiplano (Salar de Uyuni) und der chilenischen Atacama eine geografische Einheit, entsprechend gibt es große Ähnlichkeiten im Landschaftsbild. Ich durfte inzwischen alle drei Regionen in Südamerika bereisen. Werde ich danach gefragt, welche der drei mir am besten gefallen hat, ist das gar nicht so leicht zu beantworten, denn alle drei Ziele sind traumhaft schön! Überall gibt es Highlights, die ich nicht missen möchte. Dennoch würde ich mich wegen ihrer Abgeschiedenheit und Unbekanntheit bei Touristen für die Puna entscheiden. Hier kannst du tausende Kilometer ungestört und einsam durch die Landschaft fahren und wandern. Momentan verlangt noch niemand Eintrittsgelder von dir, nirgendwo stehen Verbotsschilder, es bedeutet die große Freiheit! So stelle ich mir das Reisen vor!

Weitere Highlights der Puna? Selbstverständlich gibt es noch viel mehr in der Puna zu entdecken, die Region kann man wochenlang mit einem Fahrzeug bereisen! Viele weitere sehenswerte Orte und Erlebnisse für deinen Puna-Roadtrip findest du z.B. auch bei den Swiss Nomads.

Warst du auch schon in der Puna unterwegs? Oder hast du noch Fragen zu meinem Reisebericht?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia