Die Lieblingsinsel der Deutschen gehört nicht in unser typisches Reiserepertoire, zumal ich die größte der fünf Baleareninseln als Teenager bereits mehrfach besucht habe. Doch anlässlich eines runden Geburtstags meines Vaters beschlossen wir, mit der ganzen Familie ein Frühlings-Wochenende in einem gemütlichen Strand-Cottage im kleinen Örtchen Ses Covetes im Südosten Mallorcas zu verbringen. Und ganz entgegen ihrem vorauseilenden Ruf hat die Insel, natürlich vor allem in der Nebensaison, noch einige besondere, traumhaft schöne, nicht überlaufene, authentische Orte zu bieten. Sechs davon stelle ich euch in diesem Beitrag vor:

1. Santa Catalina – Das Trendviertel der Einheimischen von Palma

Unser erster Anlaufpunkt nach der Landung am Freitag Vormittag in der Hauptstadt Palma de Mallorca und nach der Übernahme unseres Mietwagens ist Santa Catalina. Palmas ehemaliges Fischerviertel mausert sich seit einiger Zeit zum Szenetreff der Einheimischen mit modernen, stylischen Cafés, Restaurants, Boutiquen und Concept Stores.

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Szene-Café Mama Carmen´s im Trendviertel Santa Catalina in Palma.

Wir frühstücken zunächst bei Mama Carmen´s. Der Café Cortado (1,70€) und das fantastische Rührei-Toast (9€) mit viel Salat schmecken bei strahlendem Sonnenschein an den wenigen Tischen draußen auf dem Platz gegenüber dem Café besonders gut. Hippe Pärchen und junge einheimische Familien gehören zu den Kunden, und ich freue mich darüber, dass hier niemand deutsch spricht!

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Marktplatz gegenüber dem Café Mama Carmen´s.

Danach unternehmen wir einen Spaziergang durch die pittoresken, bunten Gassen des kleinen Viertels. Wir laufen vorbei an zahlreichen Läden, die vor allem Vintage Mode, Dekoartikel und Wohnausstattung anbieten, kaufen ein kleines kulinarisches Souvenir bei CaChao, einer modernen Chocolaterie, die ihre Produkte bis auf die Schokobohnen und den Zucker nur mit Zutaten von der Insel herstellt, und besuchen den Mercat de Santa Catalina, das pulsierende Herz des Viertels.

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Kulinarische Produkte im Mercat de Santa Catalina und Kirschblüte.

Danach schlendern wir weiter durch den Parc de sa Feixina, wo die Kirschbäume prachtvoll in rosafarbener Blüte stehen, zur Bastió de Sant Pere, von der aus man einen tollen Blick auf den Yachthafen, die Bucht von Palma und die berühmte Cathedrale La Seu hat.

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Blick über die Dächer von Palma auf die berühmte Kathedrale La Seu.

Besonders schön ist außerdem die Gegend rund um den Placa Vapor. Hier findet ihr noch ein paar traditionelle Windmühlen auf der alten Stadtmauer und duftende Orangenbäume – für uns ein wunderbarer Beginn des Geburtstags-Wochenendes!

2. Der ursprüngliche Strand Es Freu de ses Covetes

Am frühen Nachmittag machen wir uns von Palma auf Richtung Süden ins Dorf Ses Covetes, wo wir ein Ferienhaus direkt am Strand gemietet haben. Wir haben einen direkten Zugang zum ruhigen, in einer malerisch felsigen Ecke gelegenen Sandstrand – ein Traum! Das Ufer säumen nur einige wenige Bootshütten. Die Szenerie ist so friedlich und ursprünglich, dass man meinen könnte in einem abgelegenen Fischerdorf in Portugal und nicht im allseits bekannten Mallorca zu sein.

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Blick auf das kleine Dorf Ses Covetes vom Es Trenc Strand aus.

Der Name des Ortes Ses Covetes bedeutet übersetzt so viel wie „Enge der Höhlen“, welcher von den zahlreichen nahegelegenen Naturhöhlen, die als Steinbruch genutzt wurden, herrührt. Diese Steine wurden übrigens zum Bau der Stadtmauer und Kathedrale von Palma verwendet.

Viel los ist hier jetzt Anfang März nicht, die wenigen anderen Häuser wirken verwaist. Nur die Bar Noray direkt gegenüber unserer Haustür hat geöffnet und serviert einen super leckeren Café Cortado.

Tipp: Von Ses Covetes erreicht ihr fußläufig in wenigen Minuten auch den bekannten, 3,5km langen, feinsandigen Strand Es Trenc und könnt hier kostenlos parken! In den Sommermonaten soll es im Örtchen daher allerdings ziemlich chaotisch zugehen.

3. Der Bauernmarkt in Santanyi

Zugegeben, Santanyi gehört nun wahrlich nicht mehr zu den Geheimtipps auf Mallorca, findet man den Ort doch inzwischen in jedem Mallorca-Blog. Außerdem haben sich hier vor allem deutsche und niederländische Auswanderer niedergelassen, führen angesagte Restaurants, stylische Geschäfte und Boutiquen.

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Markt rund um den Placa Major in Santanyi.

Aber: Samstags zwischen 9 und 13Uhr gehören die hübschen Gassen den einheimischen Landwirten und ihren fantastischen Produkten, und das ist ein Fest für die Sinne! Buntes Gemüse, große, frische Käselaibe, selbst produzierte Salami im Kräutermantel, das mallorquinische Flor de Sal, Balsamico-Essig in hunderten verschiedenen Sorten, Wein – stundenlang probieren wir uns rund um den Placa Major durch das Angebot, um danach auf einen Café Cortado in einem der zahlreichen Cafés einzukehren. So kann ein Samstag im Urlaub beginnen!

4. Cala Santanyi und das Felsentor Es Pontas

Gegen Mittag fahren wir weiter zur nahegelegenen Bucht Cala Santanyi. Schon als ich das letzte Mal als Teenager auf Mallorca war, gehörte sie zu meinen Lieblingsbuchten auf der Insel. Damals wie heute faszinierte mich vor allem das unglaublich türkisfarben schimmernde Wasser der in Felsklippen eingebetteten Sandbucht. Zu gerne würde ich mich ins Wasser stürzen, doch trotz des strahlenden Sonnenscheins ist die Luft und das Wasser Anfang März einfach noch sehr frisch.

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Karibisches Flair an der Bucht Cala Santanyi.

Daher machen wir uns lieber auf einen Spaziergang zum einen Kilometer entfernten Felsentor Es Pontas, dessen eindrucksvoller Felsbogen sich zwischen Cala Santanyi und der Cala Lombards vor der Küste aus dem Wasser erhebt. Dazu steigen wir die Treppen rechter Hand der Bucht hinauf und folgen einfach der Straße oberhalb des Wassers, bis wir nach etwa 10 Minuten ein Hinweisschild zum „Mirador Es Pontas“ entdecken. Ein Schotterpfad führt ab hier durch duftende Pinienhaine und Kiefernwälder hinab zum Felsbogen.

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Felsbogen Es Pontas zwischen Cala Santanyi und Cala Lombards.

5. Sonnenuntergang am Leuchtturm Cap Ses Salines

Nach erholsamem Sonnenbaden am Nachmittag auf der Terrasse unseres Ferienhauses machen wir uns vor dem Abendessen noch auf den Weg zur südlichsten Spitze der Insel. Hier am Cap Ses Salines steht der 1863 erbaute Leuchtturm Far des Cap de Ses Salines. Über einen kleinen Pfad durch Gestrüpp rechts vor der Tormauer des abgesperrten Leuchtturm-Geländes gelangt man zur naturbelassenen, steinigen Küste. Ein idealer Ort, um dem Rauschen des Meeres zu lauschen, Vögel zu beobachten oder einen spektakulären Sonnenuntergang zu genießen.

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Leuchtturm und Sonnenuntergang am Cap Ses Salines.

6. Lost Places auf Mallorca – Die Bunker am Strand Es Trenc

Am Sonntag Vormittag vor unserer Abreise unternehmen wir zum Abschluss noch einen Strandspaziergang entlang des traumhaften, 3,5 Kilometer langen Es Trenc Strands. Neben hellem, feinsandigem Strand und dem glitzernden Mittelmeer, welches hier besonders seicht ist, entdecken wir außerdem einige Bunker, Überreste einer längst vergangenen Zeit, Kolosse direkt am Strand.

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Bunker am Strand Es Trenc.

Denn auch Diktator Franco fürchtete sich im 2. Weltkrieg vor den Alliierten und ließ 1942 zahlreiche Verteidigungsanlagen zum Schutz der Balearen errichten, die mit Sand und dem Aufbau künstlicher Dünen getarnt wurden. Inzwischen sind die Würfel mit den Schießscharten Oberfläche künstlerischer Aktivität. Im Rahmen der Kunstnacht der Gemeinde Campos bekamen die Bunker einen weißen Anstrich und wurden danach mit Zitaten des spanischen Dichters Miquel Costa y Llobera verziert. Doch der Zahn der Zeit nagt bereits wieder an den Kolossen. Nicht ganz so spektakulär wie die Bunker in Dänemark, dennoch ein sehenswerter Ort.

Wissenswertes:

Reisezeitraum? 8.-10. März 2019

Flüge? Mit Eurowings für 135€ p.P. in 2:30h Düsseldorf Palma de Mallorca.

Mietwagen? Für 3 Tage von Record go, unkompliziert ab/bis Flughafen Palma. Kosten inkl. Zusatzfahrer 100€.

Wohnen? Wir hatten das Beach House Es Trenc gemietet. Ein hervorragend ausgestattetes, schickes Haus für 6 Personen direkt am Strand Ses Covetes.

Restaurant-Tipp? Es Pinaret in Ses Salines.