Dunkler Nadelwald, Schwarzwälder Kirschtorte und Kuckusuhren sind meine ersten Assoziationen, wenn ich an den Schwarzwald denke. Daher war es eher unwahrscheinlich, dass ich vor Corona auf die Idee gekommen wäre, diese Region im Süden Deutschlands zu bereisen. Die Ecke ist doch nur etwas für Rentner oder ausländische Touristen, die auf der Suche nach dem Klischee-Deutschland sind, oder etwa nicht?

Da wir, Daniel und ich, aber seit einiger Zeit nach einem passenden Offroad-Reisemobil schauen, und viele der Firmen, die solche Fahrzeuge ausbauen, in Baden-Württemberg sitzen, haben wir ein paar Probefahrten mit einem kleinen Roadtrip durch den Südwesten Deutschlands verbunden. Dabei wurden wir vor allem von der abwechslungsreichen, wunderschönen Natur der Mittelgebirgs-Region positiv überrascht. Hier verrate ich dir die sehenswertesten Orte und Insidertipps entlang unserer Route:

1. Die Burg Hohenzollern

Unsere Anreise von Wuppertal aus verläuft über die Schwäbische Alb, weshalb mein erster Tipp auch noch nicht wirklich zum Schwarzwald gehört. Dennoch lohnt sich ein Blick auf diese majestätische Gipfelburg des Fürstengeschlechts Hohenzollern, deren Entstehung bis ins 11. Jahrhundert zurück verfolgt werden kann. Die schönste Aussicht auf die Burg bekommst du übrigens von einem Felsvorsprung des Zeller Horns, das du über eine etwa 7 Kilometer lange Wanderung vom Ausgangspunkt Parkplatz Nägelehaus erreichen kannst. Leider regnet es heftig am Tag unserer Anreise. Wir verzichten daher auf die Wanderung und machen lediglich ein paar Fotos von der Straße aus.

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Quartier: Pension am Irrenbachle in Albstadt (1 Nacht).

2. Der Titisee

Der Titisee ist ein Gletschersee im südlichen Schwarzwald. Entstanden aus den Moränen des Feldberg-Gletschers, gehört der etwa 20 Meter tiefe, klare See eindeutig zu den touristischen Hochburgen des Schwarzwald. Normalerweise drängen hier tausende Touristen durch den am Seeufer liegenden Kurort Titisee-Neustadt. Souvenir- und Uhrenläden, die ihre Ware auch auf Englisch und Chinesisch anbieten, deuten dabei auf eine klare Zielgruppe hin. Ein Ort, den wir unter normalen Umständen definitiv meiden würden. Doch während der Corona-Krise ist ja bekanntlich alles anders, und auch in Titisee-Neustadt ist es ruhig. Wir drehen eine gemütliche Spazier-Runde um den See (6,5 Kilometer) und quartieren uns in einem schicken Hotel mit Seeblick ein, um in den kommenden Tagen die Umgebung zu erkunden.

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Quartier: Boutique Hotel Alemannenhof (2 Nächte).

3. Der Feldberg

Den mit 1493 Metern höchsten Berg in Baden-Württemberg besuchen wir am kommenden Vormittag. Die kurze Kabinenseilbahn Feldbergbahn bringt uns zunächst zur Bergstation auf 1449 Metern (Berg- und Talfahrt 12€ p.P.), den Rest des Weges, etwa 2 Kilometer, bis zum neuen Feldbergturm und der markanten Wetterbeobachtungsstation mit eigenem Radom legen wir zu Fuß zurück. Bei gutem Wetter hat man von hier oben ein spektakuläres Panorama auf die Alpen, den Schweizer Jura, die Vogesen, sowie die Kette der Schwäbischen Alb. Heute ist es jedoch bewölkt und die Sicht nicht ganz so gut. Dennoch ein lohnender Ort im Schwarzwald!

Tipp: Wer Parkgebühren sparen will, parkt unten an der Passstraße und läuft die kurze Strecke zur Talstation der Seilbahn hinauf!

4. Die Wutachschlucht

Ein weiteres Highlight soll die 60-170 Meter tiefe Wutachschlucht sein, die sich über insgesamt 33 Flusskilometer der Wutach erstreckt. Zu ihr gehören mehrere Wasserfälle und einzelne Schluchten, wie die Haslach-, Rötenbach-, Reichenbach-, Lotenbach-, Gauchach- und die Engeschlucht, die Lotenbachklamm, sowie der Hirschgraben und das Schleifebächle, die du auf mehr oder weniger langen Wanderungen erkunden kannst. Leider spielte bei uns das Wetter überhaupt nicht mit, und wir mussten die für den Nachmittag geplante Wanderung absagen.

5. Die Triberger Wasserfälle

Mit ihren insgesamt 163 Metern Fallhöhe gehören die Triberger Wasserfälle zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. Dabei stürzt der Fluss Gutach über mächtige Granitstufen in einen bewaldeten Talkessel. Ein Ort, der mich wirklich fasziniert hat, soviel schon einmal vorab! Wir beginnen unsere Tour am Eingang Scheffelplatz – es gibt insgesamt 5 Eingänge zu den Fällen – und erwandern uns von dort die variationsreichen Abstürze. Die Wege sind gut ausgebaut und asphaltiert, was das Abenteuer etwas schmälert, doch der umliegende leuchtend grüne Wald und die mit Moos bewachsenen Felsen verleihen dem Ort eine zauberhafte Stimmung – absolut empfehlenswert!

Eintritt: 6€ p.P.
Quartier: Hotel Adler in Freudenstadt (1 Nacht).

6. Der Baumwipfelpfad Schwarzwald

Um dem Schwarzwald einmal auf Augenhöhe zu begegnen, besuchen wir vor unserer Rückfahrt nach Wuppertal noch den Baumwipfelpfad auf dem Sommerberg in Bad Wildbad. Dabei folgen wir zunächst in 20 Metern Höhe einem etwa 1,5 Kilometer langen Holzpfad durch Buchen, Tannen und Fichten, vorbei an zahlreichen Lern- und Erlebnisstationen, bevor sich an dessen Ende eine 40 Meter hohe, spiralförmige Aussichtsplattform in den Himmel schraubt, die uns einen einzigartigen Ausblick auf die umliegende Waldlandschaft bietet. Wir sind absolut begeistert, auch von den Architekturfotos, die sich hier schießen lassen – große Empfehlung!

Eintritt: 11€ p.P.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald?

Selbstverständlich hat der Schwarzwald noch weitere sehenswerte Orte zu bieten, die ich mir notiert hatte, die wir in den paar Tagen aber nicht geschafft haben. Dazu gehören der Mummelsee und der Schluchsee, der Berg Hornisgrinde, die Allerheiligen-Wasserfälle, die Ruinen des Kloster Allerheiligen und die Schwarzenbach-Talsperre. Wusstest du außerdem, dass die Donau im Schwarzwald entspringt? Auch deren Quelle lässt sich gut besuchen. Und dann sind da natürlich noch die Städte Freiburg, Offenburg oder Baden-Baden, sowie der Europapark in Rust.

Wissenswertes:

Reisezeitraum? 14.-18. Juni 2020.

Ideale Aufenthaltsdauer? In einer guten Woche lässt es sich entspannt den Schwarzwald erkunden. Ich empfehle also 6-7 Tage ohne Städtetrip.

Route? Wuppertal – Burg Hohenzollern – Albstadt – Wutachschlucht – Titisee-Neustadt – Feldberg – Triberger Wasserfälle – Freudenstadt – Bad Wildberg – Wuppertal

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Quartiere? Habe ich alle vorab auf dem Portal booking.com gebucht.

Unbedingt probieren? Die typische Schwarzwälder Vesperplatte mit Blut-, Leberwurst und geräucherter Bratwurst, original Schwarzwälder Schinken, Speck und knusprigem Bauernbrot. Dazu trinkt man Apfelmost und hinterher einen selbstgebrannten Schnaps, meist ein Obstwasser aus Kirsche, Zwetschgen, Birnen oder Mirabellen.

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Hast du weitere spannende Schwarzwald Reisetipps?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia

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Roadtrip Schwarzwald