Immer wieder hatte ich gelesen, dass auf den allerletzten Kilometern Richtung Nordkap tatsächlich nur das Ziel das Ziel ist, da die einzige Straße, die zum nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas führt, die Europastraße 69, stundenlang durch öde, karge, arktische Tundra-Landschaft verläuft. Nun, wer Daniels und meine Vorliebe für karge Landschaften von unseren Fotos aus der Puna kennt (Fotoparade 2019 – Meine schönsten Fotos der spektakulären argentinischen Puna), kann sich denken, dass wir das ganz anders sehen! Denn in der Tat sind für uns die letzten 130 Kilometer vor dem Nordkap absolut großartig, und wir können uns kaum satt sehen an der schier endlos wirkenden, steinigen, baumfreien Landschaft. 

Tatsächlich ist die Europastraße 69 die nördlichste Straße der Welt mit Anschluss an ein internationales Straßennetz. Sie verläuft zwischen dem Ort Olderfjord und dem Nordkap auf einer Länge von 129 Kilometern. Zu ihrem Verlauf gehören fünf Tunnel mit einer Gesamtlänge von 15,5 Kilometern. Der längste davon ist der Nordkaptunnel mit 6,9 Kilometern Länge. Dieser Unterwassertunnel verbindet seit 1999 die Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, mit dem Festland und ersetzt seither die kostenpflichtige Fährverbindung.

Neben der weiten, sensationellen Landschaft am Eismeer begeistern uns außerdem zahlreiche Begegnungen mit Rentieren. Die relativ scheuen Huftiere, die häufig mit prächtigen Geweihen ausgestattet sind, lassen sich am besten aus dem Auto fotografieren. Jeder unserer Versuche, uns ihnen fußläufig zu nähern, bewirkte bei den Tieren eine zügige Flucht.

Desweiteren sind da noch die Lost Places entlang der Strecke, verlassene, verfallene Orte, die wir ja immer besonders gerne erkunden. Hinter dem Örtchen Smørfjord lichten wir einen kleinen, auf Grund gelaufenen Fischkutter ab.

Und bei Sarnes, etwa 15 Kilometer vor der Stadt Honningsvåg, ein Geisterhotel, welches als Drehort im Film „Sehnsucht nach Gegenwart“ diente, einer Filmsinfonie des Regisseurs Knut Erik Jensen aus dem Jahr 2015 über die Region Nordkap. Leider ist das Gebäude komplett mit Brettern verschlossen.

Auch gar nicht mal so idyllisch, der Ortseingang von Honningsvåg, wo uns eine aufgegebene Fabrik fotografisch fansziniert. In normalen Reisesommern legen hier die Hurtigruten- und andere Kreuzfahrtschiffe an, dieses Jahr wirkt der Ort fast verlassen.

Im weiteren Verlauf der Strecke passieren wir noch den riesigen Hotelkomplex Scandic Nordkapp, die letzte Möglichkeit einer Unterkunft, solltest du nicht mit einem Camper unterwegs sein, und dann haben wir sie erreicht, 3000 Kilometer Luftlinie von unserem Ausgangsort Wuppertal entfernt, die berühmte Kugel am Nordkap!

Wissenswertes Nordkap:

→ Reisezeitraum? 9.-10. August 2020

→ beste Tageszeit? Entweder der Sonnenuntergang oder der Sonnenaufgang, dann ist das Licht besonders schön und es sind nur wenige Tagestouristen vor Ort.

→ Stellplatz? Wir haben direkt auf dem Parkplatz am Nordkap übernachtet, für den du sowieso Parkgebühr bezahlen musst. 12 Stunden darfst du dann dort stehen. Es gibt saubere Toiletten, aber es ist extrem stürmisch, da der Platz völlig ungeschützt an der Klippe liegt.

→ Kosten? 350NOK Parkgebühr, das sind ca. 35€. 

Kennst du noch weitere sehenswerte Orte am Nordkap?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Deine Julia

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