Du bist auf der Suche nach spektakulärer Natur und ein bisschen Erholung nach deinem Besuch der südkoreanischen Metropolen? Dann bist du hier genau richtig, in Tongyeong!

Ich bin immer noch überrascht und begeistert, wie sehr mir der unbekannte Süden der koreanischen Halbinsel gefallen hat, und was es hier alles zu erleben gibt! Die meisten Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen rund um Tongyeong habe ich während meines einwöchigen Aufenthalts selbst ausprobiert, und freue mich, dir hier meine persönlichen Highlights und Insidertipps zu präsentieren:

1. Boots-Trip in den Hallyohaesang Meeres-Nationalpark

Direkt am ersten Morgen unternehmen wir einen 2-stündigen Boots-Ausflug in Südkoreas ältesten Meeres-Nationalpark. Im ersten Stock des „Excursion Boats Terminal“ in der Nähe von Tongyeongs Yachthafen kaufen wir uns Tickets für umgerechnet 12€. 3x am Tag stechen die Boote in See, wir nehmen die 11-Uhr-Tour.

Mit Blick auf Tongyeongs Küste und vorbei an zahlreichen kleineren, bewaldeten Inseln, ist unser Ziel die Insel Hansando, auf der es den wunderschönen Jeseungdang Shrine zu entdecken gibt, der während der Japanischen Besetzung Koreas 1592 das Hauptquartier von Admiral Yi Sun-Sin gewesen ist.

Nach etwa einstündigem, entspannten Aufenthalt bringt uns das Boot wieder zurück nach Tongyeong.

2. Tongyeong Concert Hall

Am Ende der Bucht des Yachthafens thront über dem Meer die Tongyeong Concert Hall, eines der führenden koreanischen Konzerthäuser.

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Blick auf die Tongyeong Concert Hall.

Hier findet seit 2002 immer in der letzten März-Woche das „Tongyeong International Music Festival“ (TIMF) statt, eins der wichtigsten asiatischen Musikereignisse, mit zahlreichen klassischen Konzerten mit koreanischen sowie internationalen Künstlern. Aber auch ohne einen Konzertbesuch lohnt sich der Blick auf den spektakulär an der Küste gelegenen Bau.

3. Suryuk-Irun Bicycle Road

Hinter der Konzerthalle verläuft entlang der Küste ein wunderschöner, etwa 8 Kilometer langer Fahrradweg, vorbei am Sandstrand Public Beach, sowie am Lighthouse Fishing Park, bis zum Tongyeong Hansan Marina Hotel. Man kann die Strecke zu Fuß oder mit einem Fahrrad zurück legen, oder, wie bei den Koreanern beliebt, mit einem Elektro-Roller. Auch wir haben uns so ein Gefährt eingangs des Yachthafen-Viertels (Kreuzung Hauptstraße 1021/Balgae-ro) für 8€ die Stunde gemietet und haben die Tour sehr genossen!

Tipp: Fahrräder könnt ihr übrigens in der Lobby des Tongyeong Bay Hotel mieten!

4. Tongyeong Marine Sports Center

Wer auf noch mehr Geschwindigkeit steht, kommt im Marine Sports Center, gelegen genau in der Mitte der Bucht des Yachthafens, beim Jetski- oder Wasserskifahren auf seine Kosten.

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Yachthafen in Tongyeong.

Ende März war hier noch nicht so viel los, aber im Sommer macht das sicher großen Spaß, zumal das Wasser sogar hier im Hafen klar und sauber aussieht.

5. Auf den Gipfel des Mt. Mireuksan

Mit der modernen Kabinen-Seilbahn Hallyeosudo Landscape Cable Car fährt man auf Tongyeongs Hausberg und hat einen spektakulären 360°-Blick auf die Stadt und die Inselwelt des Hallyohaesang Meeres-Nationalpark. Koreanisch geordnet läuft man ausschließlich über sichere Holztreppen, von der Bergstation der Seilbahn, bis auf den 461 Meter hohen Gipfel. Kein großes Abenteuer, aber der Ausblick lohnt sich!

Wer noch etwas mehr erleben will, sucht auf der Plattform unterhalb des Gipfels den Waldweg zum Miraesa Temple (etwa 20 Minuten Fußweg), einer kleinen Klosteranlage, ruhig, mitten im Wald gelegen.

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Miraesa Temple – Klosteranlage auf dem Mt. Mireuksan.

Wir haben Glück und treffen hier auf eine Englisch sprechende, lebenslustige, buddhistische Nonne, die uns nicht nur die stimmungsvolle Anlage zeigt, sondern uns auch noch zum Abendessen einlädt, ein unvergessliches Erlebnis!

6. Tongyeong Skyline Luge

Direkt neben der Talstation der Seilbahn befindet sich die Skyline Luge, eine Art Seifenkisten-Strecke den Berg hinab. Ich habe das nicht ausprobiert, aber es sieht nach jeder Menge Spaß aus.

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Blick aus der Seilbahn auf die Skyline Luge von Tongyeong.

7. Kirschblüte Tongyeong

Ähnlich wie in Japan, gibt es auch in Südkorea Ende März die Zeit der Kirschblüte. Und wir haben unheimliches Glück, dass wir genau in den 10 Tagen der jeweiligen Blütezeit in Tongyeong sind und die prachtvoll blühenden Bäume entlang zahlreicher Straßen bestaunen können.

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Kirschblüte in Tongyeong.

Schon lange habe ich vom Anblick dieser zarten, vergänglichen Schönheit geträumt! Wir mieten uns Fahrräder für die Suche nach den besten Kirschblüten-Spots im Stadtteil Bongpyeong-dong.

8. Sonnenuntergang im Dara Park

Auf der Südseite der Insel Mireuk-do, etwa 20 Kilometer entfernt vom Yachthafen Tongyeongs, gibt es einen Sunset-View-Point (Sunset Hues Seen from Dara Park). Unseren ersten Plan, hierhin mit dem Fahrrad zu fahren, haben wir glücklicher Weise verworfen, denn die hügelige Serpentinenstraße bis dort hat es in sich! Stattdessen nehmen wir ein Taxi – die in Südkorea sehr günstig sind -, das uns für umgerechnet etwa 10€ zum Aussichtspunkt bringt.

Von der Straße läuft man noch ein Stückchen bergauf bis zu einer Holzplattform, von der aus man einen wirklich spektakulären Blick auf die im Meer versinkende Sonne und die umliegenden hunderte Inseln hat.

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Panorama vom Sunset-View-Point auf der Insel Mireuk-do.

Ich bin vollkommen begeistert von der Szenerie, so etwas habe ich in meinen bisher 50 Reiseländern noch nicht gesehen! Ganz große Empfehlung!

9. Undersea Tunnel

Dieser Tunnel, übrigens der erste Unterwasser-Tunnel Asiens, stellt für Fußgänger die Verbindung zwischen Südstadt und dem Zentrum Tongyeongs her. Leider gibt es keine Unterwasser-Fenster mit Blick ins Meer, es ist lediglich eine unspektakuläre Betonröhre, die ihren Zweck erfüllt.

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Südeingang des Undersea-Tunnel in Tongyeong.

10. Seoho und Jungang Traditional Market

Für mich ist ein Markt im Zentrum einer asiatischen (Hafen-) Stadt immer der erste Anlaufpunkt, so auch in Tongyeong. Hier stehen zwei verschiedene Märkte zu Auswahl, der Seoho-, sowie der Jungang Traditional Market. Wesentlich unterscheiden sich beide nicht voneinander! Es gibt viel Fisch und Meeresfrüchte zu sehen, Marktfrauen, die die Tiere ausnehmen, Gemüse- und Obststände, sowie typische Alltagsprodukte. Im Vergleich zu den Märkten, die ich aus dem südost-asiatischen Raum kenne, ist hier alles ziemlich sauber und geruchsarm, aber dennoch sehenswert!

Wir probieren uns an einem Stand durch ein paar unkennbare, aber schmackhaft frittierte Angebote. Es ist auch möglich, einen Fisch auszusuchen, und ihn sich in einem der angrenzenden Lokale zubereiten zu lassen. Frischer geht’s kaum!

11. Gangguan Harbor

Direkt gegenüber dem Jungang Markt liegt der Fischereihafen von Tongyeong. Hunderte Fischerboote gibt es hier zu sehen. Außerdem, am nördlichen Ende der Gangguan Promenade, auch vier Nachbauten der berühmten Turtle Ships (Geobukseon). Mit diesen Kriegsschiffen gewann Admiral Yi Sun-Sin 1598, trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit, den Imjin Krieg gegen die angreifenden Japaner.

12. Koreanische Kaffeekultur

Entlang der Gangguan Promenade liegen außerdem viele der gemütlichen Cafés Tongyeongs.

Beim Kaffee sind die Koreaner die Italiener Asiens. Allerdings liest sich die Getränkekarte, soweit überhaupt auf Englisch verfügbar, abenteuerlich. Neben den Klassikern auf Espresso-Basis, werden einheimische Favoriten angeboten: Himbeer-Trüffel-Latte, Pfefferminz-Mokka, Kirschblüten-Frappuccino mit rosa Schokoladenblättchen, alles zuckersüße Kalorienbomben und nicht gerade günstig! Hier lässt sich trotzdem eine erholsame Pause vom Sightseeing einlegen.

13. Freilichtmuseum „Samdo Sugun Naval Station“

Wer traditionelle koreanische Bauten aus dem 16. Jahrhundert ansehen möchte, besucht diese Art Freilichtmuseum, in dem 12 restaurierte Häuser verschiedener Handwerke sowie die berühmte Sebyeonggwan Hall, eins der größten vorhandenen Holzgebäude der Welt, zu sehen sind.

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Samdo Sugun Naval Station mit der berühmten Sebyeonggwan Hall in Tongyeong.

Wir drehen hier am Nachmittag eine Runde durch den neu angelegten Park, schön!

14. Dongpirang Wall Painting Village

Das Highlight von Tongyeongs Innenstadt ist jedoch dieser Künstlerdorf-Hügel. Von zwei Seiten aus erreichbar, läuft man durch enge Gassen, über zahlreiche Treppen, vorbei an bunter Streetart, coolen Cafés auf Dachterrassen, kleinen Shops und Aussichtspunkten, bis hinauf zum Gipfel, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Hafen und die ganze Stadt werfen kann.

Vor allem am späten Nachmittag, wenn das Licht wärmer und weicher wird, erlebt man hier oben eine tolle Stimmung und kann einen langen Besichtigungstag bei einem kühlen Getränk ausklingen lassen.

Wissenswertes:

Reisezeit? Ich selber war vom 26.3.-1.4.2018 bei traumhaften Frühlingswetter in Tongyeong und denke, das ist die ideale Reisezeit für Korea.

Anreise? Mit dem Schnell-Bus von Seoul (ca. 5h) oder Busan (ca. 1.30h).

Wieviel Zeit einplanen? 3-4 Tage kann man hier entspannt verbringen, ohne dass einem langweilig wird!

Wohnen? Ich empfehle sich nicht in der Innenstadt, sondern rund um den Yachthafen einzuquartieren, hier gibt es auch zahlreiche Restaurants. Sehr ordentlich ist z.B. das Gallery Hotel. Top-Lage und Infinity Pool gibt’s im Stanford Hotel & Resort. Wer es etwas abgelegener und ruhig mag, kann sich das Tongyeong Hansan Marina Hotel anschauen.

Preise? Bis auf den Kaffee habe ich Korea als ein relativ günstiges Reiseland empfunden. Vor allem Essen gehen (etwa 10€ pro Mahlzeit inkl. Getränk) und Taxi fahren ist viel preiswerter als bei uns.

Unbedingt probieren? Korean BBQ im Restaurant Donam Garden.

Aufgepasst: Die Stadt Tongyeong erstreckt sich auf beiden Seiten des Tongyeong-Kanals! Die Tipps 1-8 beziehen sich auf den südlichen Stadtteil auf der Insel Mireuk-do, Tipps 9-14 liegen im Stadtzentrum auf dem Festland. Verbunden werden die beiden Stadtteile von zwei Brücken und dem erwähnten Undersea Tunnel!

 

Planst du gerade eine Korea Reise oder besuchst das Tongyeong International Music Festival und hast noch Fragen zu Tongyeong und Umgebung?

Lass´es mich wissen und hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia