Barcelona, Madrid, Sevilla…kennt ihr alles schon? Wieso also nicht für einen Städtetrip in das unbekanntere Valencia? Die immerhin drittgrößte Stadt Spaniens liegt am Mittelmeer, etwa 350km südlich von Barcelona und hat sowohl kulturell als auch kulinarisch einiges zu bieten.Ich habe euch einmal ein paar der schönsten Beschäftigungen und Orte sowie besondere Tips für Cafés und Restaurants für einen perfekten Tag in dieser Stadt zusammengestellt.

7.30 Uhr: Joggen im stillgelegten Flussbett

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Valencia liegt an der Mündung des Flusses Turia. Der Fluss selbst wurde jedoch wegen verheerender Überschwemmungen in den 50er Jahren aus der Stadt heraus verlegt. Das ausgetrocknete Flussbett hat man daraufhin in einen wunderschönen Park umgewandelt mit bunten Pflanzen, Palmen, Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen. Ein Wegenetz durchzieht die riesige Anlage und alle paar Kilometer gibt es kostenlose Outdoor Fitnessparks. Wenn ihr ein Hotel am Rande des Flussbetts wählt, können die Sportbegeisterten unter euch also noch vor dem Frühstück eine Runde drehen. Ihr seid garantiert in zahlreicher Begleitung Einheimischer Jogger und Fitnessfreaks.

8.30 Uhr: Spaziergang zur Stadt der Künste und der Wissenschaften

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Am südlichen Ende des trockengelegten Flussbetts liegt die „Ciudad de las Artes y de las Ciencias“, ein architektonisch spektakulärer Gebäudekomplex, entworfen vom berühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava. Am besten besucht ihr das moderne Wahrzeichen Valencias am frühen Morgen, wenn noch keine anderen Touristen dort sind und die Morgensonne die Gebäude in weiches, warmes Licht taucht. Mir hat der Anblick des Areals von außen mit seiner Grünanlage (L´Umbracle), einer 125 Meter hohen Schrägseilbrücke (Pont de l´Assut de l´Or) und der fünf Gebäude, in denen sich u.a. ein IMAX-3D-Kino (L´Hemisfèric), ein Wissenschaftsmuseum (Museo de las Ciencias), die Oper (Palau de las Arts) sowie Europas größtes Aquarium (L´Oceanogràfic) befinden, genügt. Aber wer dies möchte, kann vermutlich mehrere Tage mit dem Besuch der einzelnen Stätten verbringen.

10 Uhr: Horchata und Fartons im Mercado Colón

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Typisch für Valencia ist die Horchata (Orxata), ein Erfrischungsgetränk aus Erdmandeln, die im Norden der Stadt angebaut werden. Ich würde den Geschmack mit ungesüßter Sojamilch vergleichen. Dazu isst man Fartons, ein warmes, längliches Hefe-Gebäck, welches mit einer süßen Glasur überzogen wird. Ideal für ein zweites Frühstück. Auch wenn man Horchata an vielen Straßenverkaufsständen bekommen kann, ziehe ich die Horchaterias vor, eine Art Eisdiele, in denen das Getränk frisch zubereitet wird. Besonders stilvoll sitzt man in der Horchateria Daniel im wunderschönen Mercado Colón, einer 100 Jahre alten, ehemaligen Markthalle, die inzwischen renoviert und in einen Gastro-Tempel umgewandelt wurde.

11 Uhr: Kathedrale von Valencia

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Etwa 15 Minuten fußläufig vom Mercado Colón liegt die Kathedrale von Valencia, errichtet auf den Resten eines Römischen Gotteshauses. Ich mache mir generell nicht so viel aus Kirchen, aber dieser Besuch lohnt sich wegen des 50 Meter hohen, achteckigen Turmes, dessen Terrasse man über eine Wendeltreppe erreicht. Von hier hat man eine fantastische Aussicht über die gesamte Stadt, die umliegenden Felder und bis hinaus auf das Meer oder die Berge (siehe Beitragsbild).

12 Uhr: Rundgang durch Valencias Altstadt

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Je nach Jahreszeit und Hitze bietet es sich an, von der Kathedrale aus einige andere sehenswerte Orte in Valencias Altstadt zu besuchen. Da wäre z.B. das zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Gebäude der Seidenbörse (Lonja de la Seda), der Mercado Central, in dem man auch eine hervorragende Mittagspause einlegen kann, das Rathaus (Ayuntamiento) sowie das Gebäude des Nordbahnhofs (Estación del Norte). Direkt daneben liegt außerdem die Stierkampfarena.

14.30 Uhr: Mit der Metro an den Strand

Im Juni, als ich Valencia besuchte, war es Mittags schon ziemlich heiß, daher hoffte ich auf Abkühlung an der Küste.

Nehmt die Metro Linie 5 von der Station Xàtiva, die direkt am Nordbahnhof liegt, bis zur Endstation Marrítim-Serrería. Von dort sind es nur noch 1,5 Kilometer Fußweg bis zu Valencias Yachthafen Marina Real. Dieser wurde für den 32. America´s Cup im Jahr 2007 komplett neu gebaut. Neben den obligatorischen Luxus-Yachten lohnt sich ein Blick auf das neoklassizistische Uhrengebäude und die Lagerhallen am Hafen. Hier verläuft außerdem die städtische Formel 1-Rennstrecke.

Einen schönen Überblick bekommt man bei einem eisgekühlten Getränk auf einer der riesigen Terrassen des Vales e Vents-Gebäudes oder bei einer Fahrt mit dem Riesenrad, welches unübersehbar am Ende des Piers zu finden ist. Lohnt sich sehr!

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Direkt nördlich an den Yachthafen schließt sich dann der schönste der drei Stadtstrände an, der Platja de la Malvarossa. Sonnenbaden im feinen Sand, Beachvolleyball spielen, in das erfrischende Wasser des Mittelmeeres eintauchen, Tretboot fahren, all´ das ist möglich. Oder ihr setzt euch einfach in eine der zahlreichen Strandbars, bestellt ein paar Tapas und guckt Leute, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen an solch´ einem Ort.

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18.00 Uhr: Paella, Bootsfahrt und Sonnenuntergang im Naturpark La Albufera

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Ein echter Geheimtip ist die Lagune La Albufera, die etwa 30 Minuten außerhalb der Stadt beim kleinen Örtchen El Palmar liegt. Der Bus Nr. 25 bringt euch aus der Innenstadt für gerade einmal 1,50€ hin oder ein zugegebener Maßen um ein Vielfaches teureres Taxi. (Achtung: Je nach Jahreszeit fährt nach Sonnenuntergang für die Rückfahrt kein Bus mehr!)

Am Rande des Albufera-Sees, eines der größten Seen Spaniens, wird die für die Paella typischer Weise verwendete Reissorte „Bomba“ angebaut. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und Blick über die Reisfelder solltet ihr euch daher nicht die Gelegenheit entgehen lassen, dieses original Valencianische Reisgericht in einem der kleinen Restaurants El Palmars zu probieren.

Zum Nachtisch empfehle ich eine unvergessliche, romantische Bootsfahrt in den Sonnenuntergang auf dem See. Folgt einfach den Schildern „Paseo en Barca“, handelt einen Preis mit dem Bootsführer aus und genießt das rotgoldene Farbspiel der Sonne am endlosen Horizont. Ein ganz besonderer Abschluss eines langen Tages.

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Wissenswertes:

Wohnen? Hotels und Wohnungen findet man auf den üblichen Portalen in jeder Preisklasse. Ich empfehle eine Unterkunft im Umkreis der Metro-Station Colón. Diese wird von den Flughafen-Metro-Linien 3 und 5 direkt angefahren und liegt günstig für die beschriebenen Besichtigungstouren. Meine Unterkunft war das Hotel Dimar.

Reisezeit? Ganzjährig, aber am schönsten ist wahrscheinlich der Frühling, wenn es noch nicht so heiß ist. Idealer Weise plant ihr 3-4 Tage ein, denn es gibt selbstverständlich noch viel mehr zu sehen als oben beschrieben, und dieses Programm kann man natürlich auch gut auf 2-3 Tage verteilen 😉

Preise? Günstige Direktflüge aus Deutschland bekommt ihr bei Eurowings im März/April ab ca. 120€. In Valencia selber kann man günstig essen und trinken. Einen Café Cortado bekommt man für 1,50€, ein Abendessen mit Getränk kostet durchschnittlich 10-15€.

Unbedingt probieren: Neben den im Bericht genannten Horchata und Paella z.B. den Fruchtcocktail Agua de Valencia, enthält Sekt, Orangensaft, Vodka und Gin. Überhaupt den frisch gepressten Orangensaft, da Valencia ein Zentrum für Zitrusfrüchte ist, die auf großen Feldern in der Umgebung reifen. Dann wäre da noch Leche merengada, eine Art Sorbet aus Milch und Baiser, aromatisiert mit Zitronenschale und Zimt. Eine Kugel davon auf Kaffee-Sorbet wird als Blanco y Negro bezeichnet. Fügt man noch eine Kugel Vanille-Eis hinzu, wird daraus das für Valencia typische Nacional.

 

Bist du gerade in Valencia oder planst einen Städtetrip dorthin?

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