Viele der Internationalen Fluggesellschaften bieten ihn auf ihren Flügen von Europa nach Südamerika an, den Stopover in einer Nord- oder Mittelamerikanischen Metropole. Aber lohnt sich der Besuch einer Stadt für nur wenige Stunden? Mein Freund Daniel und ich haben es im Sommer 2016 auf unserem Lufthansa-Flug nach Lima in Peru mit Panama-Stadt, der Hauptstadt Panamas, ausprobiert:

16.40 Uhr: Ankunft am Flughafen Tocumen in Panama-Stadt

Nach knappen zwölf Stunden Flugzeit von Frankfurt landen wir am Nachmittag in Panama-Stadt. Die Einreise verläuft problemlos, schnell haben wir den Visums-Stempel im Reisepass und auch unser Gepäck findet sich ein. (Bei Stopover-Flügen sollte man schon beim Einchecken am Heimatflughafen ungefragt mitteilen, ob das Gepäck zum Zielflughafen durchgehen soll oder ob man es beim Stopover benötigt!)

Der Flughafen liegt 25km außerhalb der Stadt. Viele Hotels bieten einen Shuttle-Service (ca. 20$ pro Person) an, den auch wir genutzt haben. Schon die Fahrt in die Innenstadt ist spektakulär, wenn irgendwann die imposante Skyline der Wirtschafts-Metropole im gleißenden Abendlicht erscheint.

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Fotos: Daniel Häker

18.30 Uhr: Einchecken im Hotel und Kampf gegen den Jetlag

Etwa zwei Stunden nach der Landung checken wir im Hotel Ramada Plaza Panamá – Punta Pacifica ein.

Um direkt in den richtigen Tages-/Nachtrhythmus zu kommen und den Jetlag zu bekämpfen, beschließen wir, einen Spaziergang in die Umgebung zu machen – eine schlechte Idee, wie sich herausstellt! Ähnlich wie in den USA läuft auch in Panama-Stadt nichts ohne Auto, hier geht man nicht zu Fuß! Die Entfernungen sind riesig, die Bürgersteige, soweit vorhanden, löchrig, und es gibt viele Straßenschilder auf Kopfhöhe, Achtung! Die hohe Luftfeuchtigkeit tut ihr Übriges. Erst einmal herrscht bei uns ernüchterte Stimmung.

Zum Glück befindet sich nicht weit entfernt die „Multiplaza Pacific Mall“, ein klimatisierter Konsumtempel vergleichbar den Malls in Dubai, der die Herzen von Shopping-Fans höher schlagen lässt. Bei einem kalten „Panama Bier“ lassen wir den Abend ausklingen in der Hoffnung, am nächsten Tag etwas mehr von der Stadt sehen zu können.

Praktisch: In Panama-Stadt lässt sich alles problemlos mit US-Dollar bezahlen, selbst an allen Geldautomaten kann man die Währung abheben!

6.00 Uhr: Frühstück und Tagesplanung

Wegen des Jetlags sind wir bereits früh auf den Beinen und genießen das sehr reichhaltige Frühstücksbuffet im Hotel.

Ich hatte mir schon in Deutschland in Reiseführern und mit Hilfe von Tripadvisor einige Sehenswürdigkeiten der Stadt herausgesucht, die wir besuchen wollen. Natürlich auf der Liste, der gerade ausgebaute Panama-Kanal und die koloniale Altstadt. Wir haben etwa 6 Stunden Zeit, bevor wir wieder zum Flughafen müssen. Also organisieren wir uns an der Rezeption ein Taxi. Nach der Erfahrung am Abend entscheiden wir uns gegen die Möglichkeit, zu Fuß zu laufen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Dafür reicht unsere Zeit einfach nicht.

8.00 Uhr: Verhandlung und Abfahrt

Die Taxifahrer bezahlt man pro Stunde (ca. 10-15$). Dafür bringen sie dich dann aber auch überall hin und warten dort auf dich, bis du weiterfahren möchtest. Nachdem wir uns auf einen Preis für die 6 Stunden geeinigt haben, sitzen wir auch schon im Wagen auf dem Weg zu den berühmten Schleusen des Panama-Kanals.

9.00 Uhr: Miraflores-Schleusen und Panama-Kanal

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Pünktlich zur Öffnung des Miraflores Visitor Centers setzt uns unser Taxifahrer auf dem Parkplatz vor den Schleusen ab. Der Eintritt kostet 15$ pro Person…recht teuer, aber dafür sieht man immerhin einen der berühmtesten Orte der Welt. Von drei übereinander liegenden Terrassen hat man einen perfekten Blick auf die Schleusen und die Arbeit der Schleuser. Wir haben Glück, dass kurz nach unserer Ankunft ein riesiges Chinesisches Containerschiff eintrifft und wir den gesamten Schleuser-Vorgang beobachten können.

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Ich finde, es ist ein spannendes und sehenswertes Spektakel, wie das Schiff in Millimeter-Arbeit durch die Schleuse gezogen wird. Außerdem gibt es eine Filmvorführung und ein Museum mit vielen Informationen zu Geschichte, Bau und Betrieb des Panama-Kanals. Ein sehr schöner und interessanter Morgen, der Besuch lohnt sich wirklich!

11.30 Uhr: Casco Viejo – Panamas historische Altstadt

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Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende, romantische Altstadt Panamas, Casco Viejo (nicht zu verwechseln mit der Ruinenstadt Panamá la Vieja!) ist unser nächster Stop an diesem Vormittag. Gemütlich schlendern wir durch die Gassen des Viertels, vorbei am Nationaltheater, der Cathedrale Metropolitana am Plaza Independencia, zum gut bewachten Stadtpalast. Von hier hat man außerdem einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegende moderne Skyline der Stadt.

Alle Gebäude sind im Kolonialstil gehalten, von einigen stehen nur noch die Grundmauern, wodurch sich interessante Fotomotive ergeben.

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Hier findet man außerdem das Museum des Panamakanals, welches wir aber nicht besuchen.

Im Süden des Stadtteils begrenzt ein ziemlich schmutziger Strand mit Blick auf einige heruntergekommene Gebäude die Altstadt. Wir mögen solche morbiden Orte, sind sogar häufig auf der Suche danach, zumal man in der Ferne einen Blick auf die bekannte, den Panama-Kanal überspannende Brücke „Puente de las Américas“ erhascht.

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14.00 Uhr: Rückkehr zum Hotel, Auschecken und Fahrt zum Flughafen

Nun heißt es leider schon wieder Abschied nehmen. Unser Flieger nach Lima hebt um 18 Uhr ab und wir brauchen genug Puffer, falls es einen Stau auf der Strecke zum Flughafen gibt.

Heute funktioniert jedoch alles reibungslos und wir sind natürlich viel zu früh am Flughafen. Ich überlege, was da noch alles auf meiner Liste stand: das von Stararchitekt Frank Gehry gestaltete Biomuseo, die Strandpromenade Avenida Balboa, der Bahai Temple…wir müssen wohl wiederkommen und dann am besten noch viel mehr vom kleinen mittelamerikanischen Land Panama entdecken. Wir sind jedenfalls auf den Geschmack gekommen.

18.00 Uhr: Anschlussflug nach Lima, Peru

Wo buchen? Ich habe Flug und Stopover als Komplettpaket bei Explorer Fernreisen gebucht. Das bedeutet, sie haben sich ebenfalls um die Auswahl des Hotels gekümmert.

Kosten? Den Flug Frankfurt → Lima bezahlt man ganz normal. Der Zwischenstop von einer Nacht kostet keinen Aufpreis beim Flug. Allerdings fallen natürlich Hotelkosten (ca. 150$ p.P.), Kosten für den Transfer vom und zum Flughafen (mit Shuttle ca. 40$ p.P., mit Taxi ca. 20$ p.P., mit dem Bus nur 4$ p.P.) und Kosten für Ausflüge (hier ca. 100$ p.P.) an. Das bedeutet, alles in allem hat der Stopover jeden von uns beiden ca. 300$ gekostet. Kein Schnäppchen für 24 Stunden in einer Stadt.

Fazit: Auch wenn man selbstverständlich günstiger hätte unterwegs sein können, gehen Stopover ins Geld. Da muss man sich überlegen, ob einem der verhältnismäßig kurze Aufenthalt in einer Stadt den Preis wert ist. Ich würde es wieder machen für einen Stempel im Reisepass 😉 und um den Eindruck von einer unbekannten Stadt oder einem unbekannten Land zu bekommen, um zu entscheiden, ob es sich lohnt, wiederzukommen. Allerdings würde ich beim nächsten Mal mindestens 2 Nächte einplanen, damit es etwas entspannter ist.

 

Bist du gerade in Panama oder denkst du über einen Stoppover in Panama-Stadt nach und hast eventuell noch Fragen?

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia