Bereits im Sommer 2015 hatten wir eine große Nepal-Reise geplant. Dann geschah am 25. April 2015 das verheerende Erdbeben, und der Himalaya-Staat versank in Leid und Chaos. Wir stornierten alle unsere Buchungen, und eine Wiederholung dieser geplanten Reise ergab sich bisher irgendwie nicht. Umso schöner war es, dass wir nun im Februar 2024 auf unserer Hin- und Rückreise nach Bhutan zumindest Kathmandu, der nepalesischen Hauptstadt, einen Besuch abstatten konnten. Ziemlich genau zweimal 24 Stunden verbringen wir in den lebendigen Gassen der Altstadt Kathmandus, bestaunen hinduistische und buddhistische Tempel, Schreine und Stupas. Die bunte, exotische Stadt und ihre überaus freundlichen Menschen ziehen uns sofort in ihren Bann. Im folgenden Beitrag verrate ich dir nun alle unsere persönlichen Highlights und Sehenswürdigkeiten und gebe einige weitere nützliche Reisetipps für einen reibungslos verlaufenden Stopover in Kathmandu.
Dein Visum für Nepal
Auch für einen Stopover-Aufenthalt benötigst du ein Touristen-Visum für Nepal. Dieses kann man leider bisher (Stand 2024) nicht online beantragen, sondern vorab nur bei einer Botschaft. Daher entscheiden wir uns für die Option „Visa-on-arrival“ am Flughafen Kathmandu. Da es hin und wieder zu chaotischen Szenen am Flughafen gekommen sein soll, weil Reisenden nicht klar ist, wo und wie sie das Visum bekommen, beschreibe ich im folgenden mal ganz konkret den Ablauf, damit du deine wertvolle Zeit lieber mit Sightseeing verbringst als am Flughafen in einer Warteschlange.
Melde dich einige Tage vor deinem Abflug nach Nepal auf der Seite des Nepal Department of Immigration für dein Visa-on-Arrival an. Du musst einige Angaben zu dir und deiner Einreise machen und bekommst dann elektronisch ein Formular mit deinen Angaben und einer Nummer ausgestellt. Mache einen Screenshot, drucke dieses Formular aus und führe es mit dir für die Einreise.
Nach der Landung in Nepal und dem Betreten des Flughafens musst du zunächst, noch bevor du dich in der Schlange für die Immigration anstellst, an einem extra Schalter eine Einreise-Gebühr in US-Dollar entrichten. Diese richtet sich nach der Länge deines Aufenthalts (15 Tage/30 USD, 30 Tage/50 USD, 90 Tage/125 USD). Habe die Gebühr möglichst passend dabei! Hier wirst du auch nach dem Formular aus Schritt 1 gefragt. Nach der Bezahlung bekommst du einen Beleg.
Stelle dich mit diesem Beleg und deinem Reisepass in der Foreigner-Immigration-Schlange an. Und schon bekommst du dein Visum in den Reisepass gestempelt.
Wichtig ist, dass du allen drei Schritten genau in dieser Reihenfolge folgst und du den Ablauf kennst. Für uns ging es dadurch sehr einfach und schnell mit der Einreise am Flughafen Kathmandu.
Mit dem E-Auto ins Backpacker Viertel Thamel
Um Zeit zu sparen, haben wir uns schon vor unserer Abreise nach Nepal um einen privaten Transfer in die Stadt gekümmert. Daher werden wir ausgangs des Flughafens bereits erwartet. Überrascht steigen wir in einen super-modernen Elektro-Hyundai. Damit haben wir im nicht gerade wohlhabenden Nepal nicht gerechnet. Die Fahrtzeit vom Flughafen ins Backpacker-Viertel Thamel, wo sich die meisten Hotels, Restaurants und Trekking- sowie Souvenir-Läden Kathmandus befinden, dauert je nach Verkehrslage 15-30 Minuten.


Quartier: The Malla Hotel Kathmandu (2 Nächte).
Spaziergang zum UNESCO-Weltkulturerbe Durbar Square
Nach einer unruhigen Nacht – in Kathmandu wird auch nachts fleißig gehupt – steht unser Sightseeing-Tag bevor. Dafür erwartet uns unser Guide Anup nach dem Frühstück an der Hotel-Rezeption. Er schlägt uns vor, zunächst die Umgebung auf einem Spaziergang bis zum berühmten Durbar Square zu erkunden. Damit sind wir mehr als einverstanden nach der vielen Sitzerei im Flugzeug. Es sind nur etwa 30 Minuten Fußweg, und sofort zieht uns die bunte, laute, quirlige Atmosphäre Kathmandus in ihren Bann und wir wissen gar nicht, wo wir zuerst fotografieren sollen. Überall winken uns Kinder auf ihrem Schulweg zu und werfen sich schnell in eine Pose vor Daniels Kamera.



Dann erreichen wir den Durbar Square, und schon auf den ersten Blick sehe ich, dass das Areal viel größer ist, als ich es mir vorgestellt habe. Es ist nicht ein großer Platz, sondern im Prinzip eine kleine Altstadt in der Stadt mit verschiedensten Tempeln, Museen, Galerien, Palästen und historischen Gebäuden. Wir müssen Eintritt bezahlen (15 USD pro Person) bevor wir den Platz und seine Gebäude betreten dürfen. Ich schaue mich um und kann irgendwie kaum glauben, dass wir wirklich hier stehen. Und auch nicht, dass diese ganzen alten Gebäude, die nach dem Erdbeben vor 9 Jahren in Schutt und Asche lagen, fast gänzlich wieder aufgebaut sind! Nur noch einige wenige Baustellen sind zu sehen.








Die kommenden zwei Stunden führt uns Anup zu verschiedenen Tempeln, durch einen Geschichts- und einen Kunstteil des Hanuman Dhoka Museums, den Lohan Chowk Palast und zu der aktuellen Kumari, einer lebendigen Kindergöttin. Doch für uns am interessantesten ist das bunte Treiben draußen auf den Plätzen. Die vielen spielenden Kinder, die Tauben-Schwärme, die heiligen Sadhus, die exotischen Gerüche und Klänge. Wir sind absolut verzaubert von der Stimmung.



Reizüberflutung im Basar Viertel
Ich hätte noch einige weitere Stunden auf dem Durbar Square verbringen und Menschen aus den verschiedensten Kulturen beobachten können, doch natürlich wollen wir noch mehr von Kathmandu sehen. Daher laufen wir weiter in das sich nördlich an den Durbar Square anschließenden Basar-Viertel. Und plötzlich sind wir mitten drin im Gewimmel: Überall hupt es, ständig werden wir von Fahrrädern oder Rollern mit gewagter Ladung darauf überholt – Daniel wird sogar von einem Roller schmerzhaft angefahren – und hunderte Menschen drängen sich durch die engen Gassen, in denen frisches Gemüse, Obst, tote und lebendige Tiere, Kleidung und andere Waren feilgeboten werden. Überall warten Fotomotive, und wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Das wird uns bald zu viel und wir beschließen, zur nächsten Sehenswürdigkeit aufzubrechen.





Die Boudhanath Stupa – Das buddhistische Wahrzeichen Kathmandus
Mit dem Taxi geht es für uns 8 Kilometer Richtung Osten in den Vorort Bodnath zu einem der bedeutendsten Heiligtümer buddhistischer Pilger (Eintritt: 2 USD). Die 40 Meter hohe, weiß-goldene Stupa gehört zu den größten buddhistischen Stupas der Welt und ist wirklich eindrucksvoll. Anup führt uns zunächst in eins der zahlreichen um die Stupa liegenden Restaurants zum Mittagessen, von dessen Dachterrasse wir einen atemberaubenden Blick auf das riesige Bauwerk haben, bevor wir es den Pilgern gleichtun und die Stupa im Uhrzeigersinn umkreisen. Überall bimmeln Glöckchen, die Pilger murmeln Sanskrit-Verse, aus einem Tempel erklingen typisch tibetische Instrumente, es ist ein wahres Fest für die Sinne. Zusammen mit den wehenden Gebetsfahnen ergeben sich aus jedem Winkel immer neue Fotomotive, und wir sind absolut begeistert von diesem Ort!






Die Tempelanlage Pashupatinath – Totenverbrennung in Kathmandu
Zum Abschluss des Tages fahren wir dann noch weiter zur Pashupatinath Tempelanlage, was übersetzt „Herr des Lebens“ bedeutet und zu den wichtigsten Stätten der nepalesischen Hindus zählt. Seit ihrer Errichtung im 5. Jahrhundert kommen Gläubige hierher, um den Gott Shiva anzubeten.


Noch bekannter ist die Anlage jedoch für ihre öffentliche Totenverbrennung an den sogenannten Ghats am Bagmati Fluss. Dieser Ort hat für viele Gläubige für die letzten Riten besondere Bedeutung. Es gilt, ähnlich wie wir es in Varanasi in Indien erlebt haben, als erstrebenswert, seine Leiche hier verbrennen zu lassen. Die Toten werden in gelbe Tücher eingewickelt und ihre Füße werden symbolisch im Fluss gewaschen, bevor sie auf den Scheiterhaufen gelegt und vom ältesten Sohn oder einem Priester angezündet werden. Am Ende wird die Asche in den vorbeifließenden Fluss gekehrt. Dies soll die Chance auf eine gute Wiedergeburt erhöhen. Vom gegenüberliegenden Flussufer haben wir die Möglichkeit, mehrere dieser Verbrennungen zu beobachten. Und wie ich es schon damals in Varanasi gedacht habe, hat diese Zeremonie etwas friedlich stilles, das lodernde Feuer etwas sehr Beruhigendes. Ein wunderschöner Abschluss unseres Tages in Kathmandu.



Wissenswertes:
→ Reisezeitraum? 13.-15. Februar 2024
→ Anreise? Wir sind mit Quatar Airways von Düsseldorf über Doha nach Kathmandu geflogen. Die Flugzeit beträgt in etwa 11 Stunden mit Umstieg in Doha.
→ Quartiere? Im Backpacker-Viertel Thamel gibt es eine Reihe von Hotels und Hostels in jeder Preisklasse. Die Lage des Viertels ist ideal für Erkundungen in Kathmandu, da vieles fußläufig zu erreichen ist. Wir waren im The Malla Hotel untergebracht, ein gutes Mittelklasse Hotel mit großem Garten und Pool, welches wir empfehlen können.
→ ideale Aufenthaltsdauer? Ich würde sagen, 2-3 Tage kann man gut in Kathmandu mit Sightseeing verbringen.
→ Sicherheit? Wir haben uns überall in Kathmandu, auch abends im Dunkeln, sicher gefühlt. Es kam zu keiner Zeit ein ungutes Gefühl auf. Dennoch würde ich wie in allen Großstädten darauf achten, dass Wertsachen gut verstaut und Rucksäcke und Taschen geschlossen sind. Wenn du ohne Guide unterwegs bist, wie wir am Tag vor unserer Rückreise, als wir einen weiteren Tag in Kathmandu verbracht haben, werden sich dir immer wieder Leute als „Guide“ anbieten. Offizielle Guides haben wir da mit einem freundlichen, bestimmten „No, thank you!“ abgewimmelt. Ein junger Mann wollte uns allerdings unbedingt länger begleiten, angeblich um Englisch zu üben. Ihm haben wir ebenfalls direkt zu Beginn gesagt, dass wir gut alleine zurecht kommen und kein Geld geben werden. Er hat uns dennoch über eine Stunde begleitet und einige versteckte Plätze und Tempel gezeigt. Irgendwann hatte er keine Lust mehr und ist alleine weitergezogen.
→ Restaurant-Tipp? Im Innenhof eines Hotels mitten in Thamel liegt das Yala Café & Coffee Shop, das ganztags super leckeres Essen (auch Frühstück) und guten Kaffee zubereitet. Absolute Empfehlung!
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22. März 2024 at 19:52
Wieder traumhafte Bilder und tolle Eindrücke in ein uns so unbekanntes Land.
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23. März 2024 at 11:31
Vielen Dank 🙂
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16. April 2024 at 0:05
Liebe Julia,
da habt Ihr in so kurzer Zeit jede Menge erlebt und viele Impressionen gesammelt. Mein Mann und ich waren im Dezember 2017 in Nepal. Es hat uns sehr gut gefallen.
Herzliche Grüße
Renate
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16. April 2024 at 12:15
Liebe Renate,
danke für deinen lieben Kommentar 🙂 Wir wollen nun definitiv auch mehr von Nepal sehen! Mal gucken, wann wir das umsetzen.
Herzliche Reisegrüße! Julia
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