[Unbezahlte Werbung wegen Markennennung] In diesem Jahr sind wir zum ersten Mal mit unserem Offroad-Camper Samurai in den richtigen Winter gefahren. Zuerst war ich im Januar für einen ersten Testlauf ein paar Tage im Kleinwalsertal Skifahren. Dann ging es Anfang Februar für Daniel und mich zusammen zwei Wochen durch Schweden bis in den Polarkreis. Auf beiden Reisen hatten wir überwiegend Temperaturen zwischen 0°C und -24°C, sozusagen klirrenden Dauerfrost. Solche Temperaturen als auch zusätzlich noch große Mengen Schnee bedeuten natürlich extreme Bedingungen für Mensch und Fahrzeug, gerade auch für die Nächte in unserer Exkab-Wohnkabine. Wenn du nun wissen möchtest, wie wir uns und unser Fahrzeug auf die Kälte vorbereitet haben, welche zusätzlichen Hilfsmittel wir angeschafft haben und wie wir unterwegs tatsächlich zurecht gekommen sind, bist du hier genau richtig! Im folgenden fasse ich dir alle unsere Tipps, Tricks und Empfehlungen für unser Wintercamping-Abenteuer zusammen.
1. Unser Toyota Hilux bekommt eine Standheizung
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Roadtrip ist natürlich, dass das Fahrzeug unter allen Umständen anspringt und fahrtüchtig bleibt. Vor allem wenn du wie wir gerne abseits jeglicher Infrastruktur übernachtest, wäre in der Not keine Hilfe zu erwarten. Daher entscheiden wir uns dafür, eine Standheizung, die Webasto Thermo Top Evo 5 + Benzin, einbauen zu lassen. Dieses Heizungs-Modell sorgt nach einer klirrend kalten Nacht dafür, dass der Motor morgens vorgeheizt wird und dadurch leichter anspringt. Außerdem heizt es natürlich auch den Innenraum des Fahrzeugs, wodurch auch vereiste Scheiben schnell auftauen. Die Heizung wird von uns mit einem Transponder etwa 30-60 Minuten vor der geplanten Abfahrt eingeschaltet und arbeitet nach unserer Erfahrung absolut zuverlässig. Ein echter Luxus, den wir definitiv nicht bereut haben!

2. Wir montieren ein zweites Solar-Paneel
Ein weiteres Thema vor allem beim Wild Camping ist natürlich immer die Stromversorgung. Bisher sind wir auf unseren Reisen im Sommer sehr gut klargekommen mit der Versorgung durch Solar-Strom über unser Solarmodul SPR mit 85 Watt. Da im dunklen, skandinavischen Winter jedoch nicht mit allzu viel Sonneneinstrahlung zu rechnen ist, montieren wir vorsichtshalber ein zweites Solar-Paneel, ein Solarmodul SPR 110S. Wir können zum genauen Solar-Ertrag leider keine Angaben machen. Da wir aber außerdem beim Fahren über die Lichtmaschine des Fahrzeugs laden, hatten wir trotz der Kälte und Dunkelheit keine Probleme mit der Ladung der Versorgungs-Batterie.

3. Die Versorgungs-Batterie unserer Exkab-Wohnkabine wird ausgetauscht
Apropos Batterie: Mit dieser hatten wir auch schon auf vergangenen Reisen immer wieder Probleme, wenn das Fahrzeug nicht am Landstrom angeschlossen war. Und dann funktionierte auch gerne mal die Heizung in der Wohnkabine nicht. Ein Horror-Szenario bei -20°C! Daher tauschen wir die Versorgungs-Batterie unserer Wohnkabine vor unserem Winter-Roadtrip aus gegen eine neue AGM Batterie mit 107Ah. Diese konventionelle Batterie benötigt übrigens trotz extremer Temperaturen kein Arctic Kit. Das solltest du nur einbauen, wenn du eine moderne Lithium-Batterie als Versorgungs-Batterie nutzt.
4. Wir verwenden eine zweite Außenzeltplane zur besseren Isolation unserer Wohnkabine
Für die Zeltplane unserer Exkab-Wohnkabine bietet Exkab seit einiger Zeit eine zusätzliche 3-teilige, passgenaue Außenplane an, die wir an den ringsum vorhandenen Kederschienen anbringen können. Diese zweite Außenhaut isoliert nicht nur gut und hält die Wärme in der Kabine und die Kälte draußen, sondern schützt uns auch zusätzlich vor Wind, Schnee und Nässe. Wir haben diese Plane tatsächlich jeden Abend angebracht und sind absolut begeistert. Für einen Winter-Roadtrip mit einer Aufstelldach-Kabine ist so ein Hilfsmittel wirklich unerlässlich!

5. Wir isolieren unsere Wasserleitungen
In Österreich beim Skifahren im Kleinwalsertal, wo ich einige Nächte auf einem Campingplatz verbracht habe, ist es nach zwei Dauerfrost-Tagen passiert: Die Wasserleitung, durch die das schmutzige (Spül-)wasser nach draußen abläuft, und auch der Wasserhahn waren irgendwann zugefroren. Daher hatte Daniel die Idee, die Leitung und auch den Wasserhahn mit PE Rohrisolierung zu ummanteln, um sie ein bisschen besser vor der Kälte zu schützen. Tatsächlich hat es einige Tage in Schweden sehr gut funktioniert. Erst jenseits der -20°C hatten wir wieder Probleme mit der Abwasserleitung, die bei unserer Wohnkabine allerdings auch größtenteils außen verläuft. Der Wasserhahn hat weiterhin funktioniert. Wir haben daher das gebrauchte Wasser in unserer faltbaren Spülwanne aufgefangen und diese im Anschluss entleert.
6. Wir lassen die Heizung in der Wohnkabine während der Fahrt laufen
Was ebenfalls bei ganz extremer Kälte hilft zu verhindern, dass die Wasserkanister und/oder Leitungen sowie der Wasserhahn einfrieren, ist natürlich die Heizung in der Wohnkabine während der Fahrt (immer wieder) anzuwerfen. So kühlt nicht alles unter den Gefrierpunkt aus, sondern behält eine gewisse akzeptable Grundtemperatur, was auch der Versorgungs-Batterie zugutekommt.

7. Wir pflegen alle Gummidichtungen mit Gummipflege
Damit wir auch bei klirrendem Frost keine Probleme damit bekommen, die Türen unseres Toyotas, aber auch die der Wohnkabine sowie die beiden kleinen Türen unserer Dreiecks-Staubox zu öffnen, haben wir vor Antritt der Reise alle Gummidichtungen großzügig mit Sonax-Gummipflege eingeschmiert. Hat einwandfrei gewirkt.
8. Wir nehmen einen Türschloss-Enteiser mit
Ein weiteres wichtiges und nützliches Hilfsmittel ist ein Türschloss-Enteiser, den du natürlich unbedingt griffbereit haben solltest und nicht eingeschlossen im Fahrzeug, wo du wegen vereister Türschlösser gegebenenfalls dann nicht dran kommst. Wir wären ohne unseren Enteiser nämlich an einem Abend in Schweden nicht mehr in unsere Wohnkabine gekommen, da das Schloss komplett zugefroren war und der Schlüssel nicht mehr hinein ging. Nach der Verwendung von Sonax Schloss Enteiser war das Schloss im Nu wieder aufgetaut.

9. Wir kaufen Schneeketten
Auch wenn wir sie in diesem Winter nicht gebraucht haben, ist es sinnvoll, trotz Allrad und Sperren passende Schneeketten mitzunehmen. Denn vor allem wenn es erheblichen Neuschnee gibt und/oder Schneeverwehungen und die Straßen nicht geräumt sind, hat man mit Schneeketten einfach eine bessere Traktion. Für einen Offroad-Camper mit permanentem Allrad Antrieb, wie unseren Toyota Hilux, kann man theoretisch auf alle vier Räder Schneeketten aufziehen. Wir haben uns auf ein Paar Schneeketten beschränkt, welches wir im Ernstfall auf die Heckreifen gezogen hätten, da vorne weniger Platz im Radhaus ist.
10. Für den Notfall: Wir haben eine Zusatz-Batterie (Powerstation) dabei
Trotz des zweiten Solar-Paneels und der neuen Versorgungs-Batterie haben wir uns außerdem entschieden, eine große, tragbare Powerstation, die Jackery Power 1000 Pro, mitzunehmen. Die für den Einsatz im Freien geeignete Batterie liefert mit zwei USB-Anschlüssen sowie zwei 100W PD-Anschlüssen eine konstante und schnelle Stromversorgung für alle wichtigen Geräte unterwegs und ist in nur 2 Stunden vollständig aufgeladen. Damit fühlen wir uns stromtechnisch endgültig perfekt ausgerüstet.

11. Wir kaufen zwei extra warme Decken
Da wir generell ja mit unserem Offroad-Camper in ganz unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unterwegs sind, wollten wir für unsere Wintertrips nicht extra neue, wärmere Schlafsäcke kaufen, sondern haben uns dazu entschieden, in zwei Decken der Firma Voited zu investieren. Die bieten sowohl Indoor- als auch Outdoor-Camping-Equipment an, u.a. auch flauschige, wattierte Decken. Dabei ist die eine Seite aus recyceltem, funktionalem Ripstop-Material und die andere Seite aus ultraweichem, kuscheligem Vlies. Mit Hilfe einer Knopfleiste kann man die Decke auch in einen Schlafsack verwandeln sowie in eine integrierte Kissenhülle verstauen. Diese Decken haben wir dann zusätzlich über unsere Schlafsäcke gelegt, um so auch bei bis zu -24°C angenehm warm schlafen zu können.
Hast du als erfahrener Overlander noch den ultimativen Tipp für unsere Winter Ausrüstung? Oder hast du ein Produkt, das wir in Form einer Kooperation testen und über das wir berichten sollten?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar! Deine Julia
Pinne diesen Beitrag auf Pinterest
30. März 2023 at 20:00
Hallo Julia,
sicher einige sinnvolle Maßnahmen, die Du / Ihr ergriffen hast / habt für eine Reise in die Kälte.
Aber dennoch muss man das mit so einem Fahrzeug schon mögen.
Was ich aber nicht verstehe ist, dass Ihr – wenn schon eine Wohnraumbatterie fällig war – nicht eine Lithium-Batterie installiert habt.
Weniger Gewicht und Größe bei gleicher Leistung oder eben mehr Leistung bei gleicher Größe usw.
Klar ist möglicherweise ein anderer Laderegler fällig, wenn man nicht z.B. Victron verbaut hat, die sich oftmals umprogrammieren lassen. Das Gleiche gilt für das Ladegerät, aber die erheblich größere Leistung wäre es mir immer wert.
Viele Grüße
Peter
Peter Nottebohm
Villinger Str. 75
78166 Donaueschingen
Mobil 0151/58255133
peter@mungolino.de
LikeLike
31. März 2023 at 10:28
Hallo Peter,
na klar muss man das Reisen mit so einem Fahrzeug mögen, vor allem bei Wind und Wetter, sonst sollte man sich lieber ein ganz normales, bequemes Wohnmobil kaufen 😉
Der Grund, weshalb wir keine Lithium-Batterie genommen haben, ist ganz einfach der, dass zu dem Zeitpunkt des Austauschs keine zu bekommen war. Wir haben das relativ kurzfristig vor der Reise entschieden und da gab es eben nur eine ganz normale Versorgungsbatterie.
Viele Grüße nach Donaueschingen!
Julia
LikeLike