Im vergangenen Jahr war es hier sehr ruhig auf meinem Reiseblog. Der Grund dafür ist ein schöner: Die Geburt unserer Tochter im Juli 2025. Sie stellt seither unser Leben auf den Kopf, aber sie hat uns auch die Möglichkeit geschenkt, im Rahmen der Elternzeit eine längere Auszeit zu nehmen, um Neuseeland zu bereisen. Schon lange stand das Land auf unsere Reise-Wunschliste, und im Februar 2026 war es soweit. Nach 30 Flugstunden beginnen wir von Auckland auf der Nordinsel aus unseren zweimonatigen Mietwagen-Roadtrip durch die atemberaubende Natur im Land der Kiwis. In diesem Beitrag verrate ich dir unsere persönlichen Highlights abseits bekannter Instagram-Neuseeland-Spots und gebe dir wertvolle Reisetipps zu Entfernungen, Straßenverhältnissen, Nationalparks, Unterkünften und ganz besonderen Orten entlang unserer Route. Bitte einsteigen und anschnallen!

Auckland – Die „City of Sails“

Am Anfang und am Ende unserer Reise verbringen wir gleich mehrere Nächte in Auckland, der größten Stadt Neuseelands. Zum einen wollen wir uns nach 30 Stunden Flug erst einmal ein bisschen akklimatisieren und den Jetlag loswerden, zum anderen mögen wir es, viele Kilometer durch Städte zu laufen, Menschen und Architektur zu fotografieren und so das erste Gefühl für ein neues Land zu bekommen. Und Auckland macht uns das Ankommen leicht: Die Lage direkt am Südpazifik, die umliegenden sanft geschwungenen, grünen Hügel, eine unglaubliche Kaffee-Kultur und freundliche, entspannte Menschen. Wir fühlen uns sofort wohl!

Am ersten Tag konzentrieren wir uns vor allem auf den CBD (Central Business District), sowie das wiederbelebte Hafenviertel Wynyard Quarter. Beides hat spannende Architektur zu bieten, viele Cafés und Restaurants, Yachten, und vom 328 Meter hohen Sky Tower, dem wir selbstverständlich auch einen Besuch abstatten, einen hervorragenden Blick auf die Skyline. Der Ausblick auf Auckland und das Umland ist fantastisch und eine große Empfehlung.

Am zweiten Tag laufen wir eine große Runde über die Haupteinkaufstraße Queen Street, mit einem kurzen Abstecher über den Seymonds Friedhof, bis zur hippen K-Road ins angesagte Viertel Ponsonby. Vor allem an der Ponsonby Road gibt es stilvolle Boutiquen, kleine Buchhandlungen und Gallerien mit moderner Kunst und gemütliche Cafés.

Am dritten Tag besuchen wir zunächst den an der Uni gelegenen Albert Park, eine hügelige, grüne Oase im Zentrum von Auckland. Die uralten, knorrigen Ombu Trees sind fantastische Fotomotive. Am Rande des Parks liegt außerdem die sehenswerte Auckland Art Gallery, die wir im Anschluss besuchen.

Den vierten Tag in Auckland verbringen wir im recht wohlhabenden Vorort Parnell. Entlang der Parnell Road liegen luxuriöse Boutiquen, Galerien und französische Bistros und Confiserien. Jeden ersten Samstag im Monat findet der Parnell Farmer´s Market statt, ein authentischer Markt mit hervorragenden Produkten aus der Umgebung. Wir decken uns ein mit frischem Brot, Käse und Olivenöl, trinken Kaffee und kommen mit ein paar Einheimischen ins Gespräch. Auf dem Rückweg laufen wir durch die Auckland Domain, einen riesigen Park, der von Rad- und Fußwegen durchzogen ist und indigene Pflanzen beherbergt.

Wie bereits geschildert, haben wir auch am Ende unserer Neuseeland-Reise noch einmal mehrere Tage in Auckland verbracht und u.a. noch den entspannten, familienfreundlichen Vorort Devenport besucht, der viele hübsche Cafés und Fischrestaurants beherbergt, sowie entlang der Victoria Road kleine Boutiquen und Gallerien. Außerdem waren wir noch im Sea Life Kelly Tarlton´s Aquarium, welches sich vor allem bei schlechtem Wetter und mit Kindern für einen Besuch eignet.

Quartiere: Hotel S/O Auckland (5 Nächte) und Penthouse Darling Apartments (5 Nächte).

Bester Kaffee: Miller´s Coffee, 31 Cross Street Auckland.

Bestes Eis: Island Gelato im Ferry Building.

Rotorua – Vulkane, Redwoods und Maori-Kultur

Nach fünf Tagen in Auckland übernehmen wir unseren Mietwagen von Ezi Cars am Flughafen. Wie immer zu Beginn eines langen Roadtrips kaufen wir zu allererst eine große Kühlbox und füllen diese mit Lebensmitteln. Danach geht es 215 Kilometer Richtung Süden bis nach Rotorua, dem geothermalen Zentrum von Neuseelands Nordinsel. Ehrlich gesagt hatte ich an diesen Ort keine großen Erwartungen, weil wirklich JEDER hier Halt macht. Daher habe ich vorab sehr viel recherchiert, um ein paar sehenswerte Orte zu suchen, die jenseits der üblichen Touri-Hotspots liegen. Und so viel sei schon einmal verraten: Ich habe sie gefunden!

Und so spazieren wir direkt am nächsten Morgen ganz alleine durch die Baumriesen im Redwoods Whakarewarewa Forest, einem mystischen Ort sieben Kilometer außerhalb von Rotorua. Es gibt hier auch den Redwoods Treewalk, der um 9 Uhr morgens öffnet und sich sehr lohnt.

Achtung: Auf dem Treewalk dürfen Babys nicht in persönlichen Tragen vor dem Bauch oder auf dem Rücken getragen werden, sondern müssen in speziell dafür gestellten Buggys liegen. Da unser Trage-Baby es damals hasste zu liegen, hat Daniel den Treewalk alleine gemacht.

Am Nachmittag besuchen wir dann den stadtnahen, geothermalen Kuirau Park. Obwohl er fußläufig aus dem Ort zu erreichen und kostenlos ist, besuchen ihn nur wenige Touristen, denn die meisten werden von ihren Veranstaltern in den teuren Te Puia Park geschickt. Und so genießen wir einen ruhigen Spaziergang vorbei an spektakulären, farbenfrohen Pools, blubbernden Mud-Pools, heißen Quellen und geothermalen Fußbädern.

Am zweiten Tag in Rotorua fahren wir zunächst am Ufer der Rotorua Caldera entlang bis zu den Okere + Tutea Falls. Ein kurzer, etwa 3 Kilometer langer Wanderweg durch ursprünglichen Wald mit vielen Farnen und Palmen führt zu den beiden Wasserfällen. Und obwohl sich diese selbst nicht wirklich lohnen, genießen wir die traumhafte Natur, die wir fast für uns alleine haben.

Auf dem Rückweg nach Rotorua machen wir dann noch einen Halt bei den Hamurana Springs. Wir sind das einzige Auto auf dem Parkplatz. Der 1,5 Kilometer lange Rundweg führt uns durch atemberaubende, magische Natur, und wir können unser Glück kaum fassen, an diesem traumhaften Ort zu sein.

Tipp: Bitte vergesst die völlig überlaufenen und von Instagram gehypten Putaruru Blue Springs und kommt stattdessen hierher!

Quartier: Lake Lodge Motel Rotorua (3 Nächte).

Napier – Neuseelands Art-déco-Stadt

Ursprünglich wollten wir von Rotorua aus zum wenig besuchten East Cape der Nordinsel fahren. Wegen Starkregens und anschließender Erdrutsche waren jedoch kurz vor unserer Reise noch viele Straßen in der Region gesperrt, und wir mussten umplanen. Daher führte uns unser Weg zunächst 220 Kilometer Richtung Süd-Osten in die Küstenstadt Napier. Hier bestaunen wir die blitzsaubere Meerespromenade Marine Parade – ideal für Spaziergänge mit Baby-Buggy -, brunchen vorzüglich im schicken Roam Marine Parade und schlendern zwischen den im Zentrum liegenden Art-déco-Gebäuden umher, die alle nach dem verheerenden Erdbeben von 1931 erbaut worden sind. Im Umland von Napier wird Wein angebaut. Uns ist es hier eindeutig etwas zu hübsch, alles wirkt ein bisschen wie eine Kulisse. Aber für eine Zwischenstation ist es in Ordnung.

Quartier: Pebble Beach Motel (2 Nächte).

Lost Places im wildschönen Eastland

Nun geht es aus Richtung Süden über den Waiora-District und die Stadt Gisborne ins 310 Kilometer entfernte Tokomaru Bay auf der Eastland-Halbinsel. Ich hatte gelesen, dass sich nur wenige Touristen in die Gegend verirren und es außerdem viele Lost Places gibt, da immer mehr Einheimische, überwiegen Maori, die dünn besiedelte Region verlassen. Und auch wenn die Fahrt wegen schlechter Straßenverhältnisse unglaublich anstrengend war, loht sich der Abstecher sehr! Nicht nur kommen wir ganz auf unsere Kosten, was das Fotografieren von Lost Places angeht – verlassene Wohnhäuser, Banken, Geschäfte, ein Bahnhof sowie der mit 660 Metern längste Stahlbetonpier der Südhalbkugel, der Tolaga Bay Wharf – sondern haben auch immer wieder spektakuläre Ausblicke auf einige der schönsten und wildesten Strände Neuseelands.

Quartier: Stranded in Paradise Ecolodge (3 Nächte).

Gisborne – Die Stadt, die weltweit als erste jeden Tag die Sonne begrüßt

Auf dem Rückweg aus dem abgeschiedenen Eastland machen wir Halt in Gisborne, ebenfalls eine Stadt, die nicht viele Neuseeland-Reisende auf dem Radar haben. Neben einigen richtig guten Cafés (8888 Café & PBC Café), lohnt sich ein ausgedehnter Strandspaziergang am familienfreundlichen Waikanae Beach. Wieder spannend für Freunde von Lost Places ist die aufgegebene Gisborne Station.

Quartier: Senator Motor Inn (2 Nächte).

Taupo – Huka Falls, Lake Taupo und Geothermalfelder

Von Gisborne sind es 330 Kilometer Fahrt bis nach Taupo, wo wir wieder auf die touristische Hauptroute über Neuseelands Nordinsel treffen. Hotels, Apartment- und Ferienhäuser reihen sich hier aneinander, der Ort ist voll von touristischen Restaurants. Sofort vermissen wir die Abgeschiedenheit des Eastland! Dennoch ist vor allem der Lake Taupo traumhaft schön, an dem man wunderbar spazieren, Fahrrad fahren oder entlangjoggen kann. Ebenfalls sehenswert sind die bekannten Huka Falls. Wir laufen vom Parkplatz aus den 3 Kilometer langen Huka Falls Track und sofort entkommen wir den Massen, die nur mal eben einen Blick auf die Falls werfen wollen.

Und noch ein echter Geheimtipp ist das 30 Minuten von Taupo entfernte, spektakuläre Geothermalfeld Orakei Korako – eine große Empfehlung!

Quartier: Anchorage Resort (3 Nächte).

Der Tongariro Nationalpark – Vulkane und endlos karge Weite

90 Kilometer hinter dem Lake Taupo verlassen wir für einige Tage das grüne, fruchtbare Neuseeland und tauchen ein in eine ganz andere Landschaft. Drei aktive Vulkane prägen das landschaftliche Bild des Nationalparks, der namensgebende Tongariro (1968m), der Ngauruhoe (2291m) und der Ruapehu (2797m). Bekannt ist der Nationalpark für eine ganz besondere Wanderung, das knapp 20 Kilometer lange, spektakuläre Tongariro Crossing. Uns ist diese anspruchsvolle Tagestour (6-8 Stunden und 1000 Höhenmeter) mit Baby etwas zu lang, vor allem auch weil es überhaupt keinen Schatten gibt auf der gesamten Strecke, und wir laufen lediglich die ersten 4,5 Kilometer bis zu den Lavafeldern, die sich aber auch schon absolut lohnen!

Traumhaft schön und nur einen kurzen Spaziergang vom Parkplatz entfernt liegen die Tawhai Falls. Ebenfalls spektakulär ist die nur 20-30 minütige Wanderung vom Whakapapa Ski Village zur Meads Wall!

Quartier: Tongariro Crossing Lodge im National Park Village (3 Nächte).

Wellington – Neuseelands entspannte Hauptstadt

300 Kilometer sind es aus dem Tongariro NP in die neuseeländische Hauptstadt Wellington, ganz am Südzipfel der Nordinsel. Die Fahrt ist anstrengend, denn wieder einmal geht es über kurvige, zum Teil sehr enge Straßen, und wir kommen nur langsam voran. Früher hätte uns das nicht gestört, doch mit einem Baby, welches eigentlich nicht länger als eine Stunde am Stück im Auto sitzen mag, sind solche Verhältnisse eben schwieriger. Aber, wir kommen an und erwischen während unseres Aufenthaltes in Wellington sogar zwei Tage ohne Wind! Neuseelands Hauptstadt trägt nämlich wegen ihrer Lage und der häufig vorkommenden Fallwinde den Beinamen „Windy City“.

Noch am ersten Abend drehen wir eine Runde über die lebendige Cuba Street, die viele Restaurants und Bars beherbergt, und lassen uns an der Waterfront entlang treiben. Hier wird gesegelt und gepaddelt, es gibt einen Sprungturm ins Wasser, wo Jugendliche ihren Wagemut ausleben, bunte Holzhäuser, alte Hafenkräne und moderne Skulpturen. Vom Lampton Quay aus fährt die typische rote Standseilbahn zu den Wellington Botanic Gardens. Uns gefällt Wellington sehr, und wir genießen das entspannte Flair der Hafenstadt.

Quartier: Apollo Lodge Motel (2 Nächte).

Bestes Café: Tomboy, 21 Majoribanks Street Wellington.

Cook-Strait-Fährüberfahrt von der Nord- auf die Südinsel Neuseelands

Zwischen Wellington auf der Nordinsel und Picton auf der Südinsel Neuseelands verkehren mehrmals täglich Auto-Fähren. Die Überfahrt dauert etwa 3-3 ½ Stunden und sollte möglichst früh gebucht werden, vor allem, wenn ihr mit dem Camper oder Mietwagen unterwegs sein wollt. Die Cookstraße ist eine wichtige Verkehrsader in Neuseeland und wird auch ganz normal von Einheimischen und Fernfahrern genutzt, nicht nur von Touristen! Es gibt zwei Reederei-Anbieter, Interislander und Bluebridge. Wir haben beide kennengelernt und können sagen, dass beide absolut in Ordnung sind. Was uns tatsächlich überrascht hat, war die Gesamtzeit (ca. 6 Stunden), die wir mit den beiden Fährfahrten beschäftigt waren. Das Be- und Entladen der Fähren dauert ewig – das kennen wir von Überfahrten nach Skandinavien ganz anders. Plant also großzügig Zeit ein!

Wir sind keine großen Freunde von Fährüberfahrten, doch die Cook-Strait-Ferry durchquert unter anderem den wunderschönen, verwinkelten Queen Charlotte Sound. Da lohnt sich ein Blick vom Außendeck.

Karibische Strände im Abel Tasman Nationalpark

Nach unserer Ankunft mit der Fähre in Picton fahren wir noch 170 Kilometer nach Kaiteriteri eingangs des Abel Tasman Nationalparks, der unsere erste Station auf Neuseelands Südinsel ist. Die Fahrt verläuft wunderschön, aber extrem kurvig der Küstenlinie folgend. Und wieder haben wir Mühe, unsere kleine Tochter die knapp 3 Stunden bei Laune zu halten.

In Kaiteriteri beziehen wir ein Ferienhaus und erkunden am kommenden Tag den Nationalpark mit einer Cruise des Anbieters Wilsons (Link). Die Boote sind groß und stabil und ideal, wenn ihr mit kleinen Kindern unterwegs seid. Lasst euch am besten vorab im Büro von Wilsons in Kaiteriteri beraten, welchen Abschnitt des Abel Tasman Coast Track ihr laufen und welchen ihr mit dem Boot zurücklegen wollt. Ich habe den Fehler gemacht und online eine reine Cruise gebucht, sodass wir nicht vom Boot aussteigen durften, und die karibisch anmutenden Traumstrände nur vom Wasser aus sehen konnten. Das war etwas schade, obwohl wir dadurch sowohl den berühmten Split Apple Rock, Tonga Quarry als auch mehrere Seelöwen-Kolonien zu sehen bekamen.

In Kaiteriteri selbst läd der Kaiteriteri Beach zum sonnen und baden ein. Das seichte Wasser ist ideal für Kinder. Außerdem lohnt sich ein Abendspaziergang am Strand der Tapu Bay bis zum einsamen Tree on Stone.

Quartier: Tapu Bay Treasure – Kaiteriteri Holiday Home (3 Nächte).

Westport – Das Tor zur spektakulären Westküste der Südinsel Neuseelands

Wer meinen Blog kennt weiß bereits, dass ich gerade bei populären Reisezielen wie Neuseeland immer versuche, trotzdem noch Gegenden zu finden, die nicht jeder in seine Route aufnimmt. Der Abschnitt der Westküste zwischen Westport und Hokitika auf Neuseelands Südinsel gehört dazu. Dabei ist dieser Küstenabschnitt mit wilden Stränden, der tosenden Tasmanischen See und einmaligen Felsen wie den Pancake Rocks extrem sehenswert und fotogen. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer spektakulärer Ausblick, wir können uns gar nicht satt sehen und wären die Strecke am liebsten ein zweites Mal gefahren!

Unterwegs sind zwei kurze Wanderungen zu empfehlen. Der Truman Track bei Te Miko, der vorbei an kleinen Wasserfällen und durch endemische Vegetation zu einem einsamen Strand führt. Und der Pancake Rocks and Blowholes Track, ein etwa ein-stündiger Rundweg, der durch und über die besonderen schwarzen Felsen führt, die aussehen wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen, und grandiose Ausblicke auf die Küste erlaubt. Im gegenüberliegenden, ebenfalls sehenswerten Paparoa Nationalpark Visitor Center gibt es übrigens ein hervorragendes Café für ein anschließendes (zweites) Frühstück.

Quartier: Buller Bridge Motel Westport (1 Nacht).

Hokitika Gorge – Ein verstecktes Juwel im Hinterland der Westküste

140 Kilometer liegen zwischen Westport und Hokitika, wo wir unser nächstes Quartier aufschlagen, um eine bei Touristen immer noch recht unbekannte Schlucht zu besuchen. Die türkisfarben schimmernde Hokitika Gorge ist ein echtes Juwel im Hinterland der Westküste. Ein Rundweg führt gemütlich in etwa einer Stunde über zwei Hängebrücken durch die Schlucht. Auch am späten Vormittag ist nicht besonders viel los, und wir können ganz in Ruhe fotografieren und genießen.

In Hokitika selber lohnt sich ein Spaziergang entlang dem Hokitika Beach, wo Künstler mit Treibholz hunderte verschiedene Figuren und Gegenstände gebaut haben. Sehenswert, vor allem in der Abendsonne!

Quartier: Amberlea Apartments (2 Nächte).

Über den Arthur´s Pass ins Landesinnere der Südinsel Neuseelands

Die meisten Touristen fahren über Hokitika weiter Richtung Süden zum Franz Josef- bzw. Fox Glacier und weiter nach Wanaka. Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, von Hokitika aus über den Arthur´s Pass auf die andere Seite der Neuseeländischen Alpen zu fahren. Ich hatte spektakuläre Bilder vom Arthur´s Pass Nationalpark gesehen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und so nehmen wir am Vormittag eine kurze, aber steile Wanderung zum Wasserfall Devil´s Punchbowl mit und erreichen am Nachmittag das Highlight des Nationalparks, den unglaublichen Castle Hill. Hier gibt es eine Ansammlung spektakulärer Kalksteinblöcke, die wie verstreut in der Landschaft liegen. Bei wunderschönem, weichem Nachmittags-Sonnenlicht laufen wir durch und über die Steinformationen und schwingen begeistert die Kameras. Für uns ist dieser Ort ein echter Höhepunkt unserer Neuseeland-Reise!

Quartier: Bahara Accommodation in Springfield (1 Nacht).

Der malerische Lake Tekapo – Ein aufgestauter Gletschersee wird zum Instagram-Hotspot

Im Herzen der Südinsel Neuseelands geht es für uns weiter über die Scenic Route 72 zum 225 Kilometer entfernten Lake Tekapo. Etwas außerhalb des trubeligen Zentrums beziehen wir ein traumhaftes Ferienhaus, um nach der vielen Fahrerei ein paar Tage Urlaub zu machen. Auch hier hatte ich zunächst wieder Bedenken, was den Ort angeht. Denn der oft spiegelglatte, türkisfarbene See und vor allem die direkt an seinem Ufer liegende kleine anglikanische Kapelle „The Church of the Good Shepard“ ist ein absoluter Instagram-Hotspot. Zum Glück steigen die vielen Touristen dort nur einmal aus dem Bus aus, schießen Fotos und fahren weiter. Das heißt, man hat den Großteil des Seeufers fast immer für sich alleine. Und so verbringen wir ein paar Tage spazierend, mit Blick auf den See und die dahinter liegenden Berge, kochend und Kaffee trinkend. Es lohnt sich ein Ausflug auf den naheliegenden Mount John (Mautstraße, $14), von dem aus man noch einen anderen grandiosen Blick auf das umliegende Bergpanorama und den Lake Tekapo bekommt. Zum ersten Mal, seitdem wir im Februar in Neuseeland angekommen sind, inzwischen ist es Ende März, bekommen wir ein Gefühl von Herbst. Es wird langsam kühler, und die Blätter beginnen sich zu verfärben. Es ist nicht weniger traumhaft als der neuseeländische Sommer.

Quartier: Amuri Cottage (3 Nächte).

Entlang dem Lake Pukaki zu den Gletschern des Aoraki Mount Cook Nationalpark

Vom Lake Tekapo sind es nur etwa 100 Kilometer in den Aoraki Mount Cook Nationalpark, unser nächstes Ziel auf der Südinel Neuseelands. Die meiste Zeit führt die Strecke direkt an einem weiteren traumhaften See entlang, dem Lake Pukaki. Leider haben wir etwas Pech mit dem Wetter, und die tiefe türkisfarbene Färbung des Seewassers kommt nicht richtig zur Geltung. Dafür legen wir unterwegs einen Stopp beim Mt. Cook Alpine Shop ein und gönnen uns den wirklich hervorragenden Sashimi-Lachs dort. Gegen Mittag erreichen wir unser Quartier in Aoraki mit Blick auf die unglaublich spektakulären Gletscher der hier im Nationalpark umliegenden 3000er Berge der Neuseeländischen Alpen.

In den kommenden Tagen wollen wir mal wieder die Wanderschuhe schnüren, und wir unternehmen u.a. die Tour zum Tasman Glacier View (1,5km, aber steil bergauf!) und den magischen Hooker Valley Track (5km).

Quartier: Aoraki Court Motel (2 Nächte).

Wilde Strände an der Ostküste der Südinsel Neuseelands

Vom Aoraki Mount Cook Nationalpark geht es für uns so ziemlich auf schnellstem Wege entlang der Ostküste zurück ins 750 Kilometer entfernte Picton, denn von dort bringt uns die Fähre wieder zurück auf die Nordinsel. Viele Neuseeland-Reisende werden jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen, dass wir den schönsten Teil der Südinsel dadurch verpasst haben. Ich behaupte jedoch, dass der Süden der Südinsel, v.a. der berühmte Fjordland Nationalpark, einfach sehr große Ähnlichkeit mit Norwegen hat. Das kennen wir bereits sehr gut, weshalb es uns noch einmal zurück in die tropisch-grüne Vegetation der Nordinsel gezogen hat.

Auf dem Weg nach Picton legen wir u.a. einen Stopp in Geraldine ein (unbedingt eine Kaffee-Pause im fantastischen Café Verde einplanen – bestes Café der gesamten Reise!), machen eine Zwischenübernachtung außerhalb von Christchurch und eine in Kekerengu. Hier unternehmen wir auch einen stürmischen Strandspaziergang und erleben einen stundenlangen Stromausfall in unserem Quartier, in dem wir daher bis spät in die Nacht bei Kerzenschein am Kamin sitzen werden.

Quartier: Kekerengu Coastal Lodge (1 Nacht).

Wir verbringen Ostern auf einer Schaffarm

Die Fährüberfahrt von Picton nach Wellington zurück auf die Nordinsel verläuft reibungslos. Wir haben es allerdings tatsächlich ein bisschen eilig, denn das Oster-Wochenende steht bevor, welches wir ganz abgelegen in einem Cottage auf einer Schaffarm verbringen wollen. Daher geht es in Wellington noch einmal in den Supermarkt und dann weiter ins 200 Kilometer entfernte Ohingaiti.

Quartier: Ohingaiti Farm Cottage (3 Nächte).

Studentenstadt Hamilton – Die viertgrößte Stadt des Landes

Fast jeder fährt an ihr vorbei, doch nur wenige Touristen verbringen Zeit hier in Hamilton. Für uns ja immer ein Grund, einen Ort zu besuchen. Außerdem bietet sich Hamilton als Zwischenstation aus dem Süden der Nordinsel auf dem Weg nach Coromandel gut an. 325 Kilometer fahren wir aus dem abgelegenen Ohingaiti nach Hamilton und quartieren uns in einem riesengroßen Haus außerhalb der Stadt am Waikato River ein. Bei einem Abendspaziergang am Fluss erleben wir bereits die entspannte, studentische Atmosphäre der Stadt.

Am nächsten Tag besuchen wir zunächst die reizvollen, nach Themen angelegten Hamilton Gardens (Eintritt $20) und schlendern dann durch die Innenstadt. Entlang der Victoria Street liegen zahlreiche hippe Restaurants und Cafés sowie die Kunstgalerie Waikato Society of Arts.

Quartier: Fabulous River View – Brand New House in Hamilton (2 Nächte).

Die Coromandel Peninsula – Strandurlaub zum Abschluss unseres Neuseeland-Roadtrips

Nach den vergangenen aufregenden Wochen auf den beiden Inseln Neuseelands wollen wir zum Abschluss noch einige Tage auf der Coromandel Peninsula verbringen. Die süd-östlich von Auckland gelegene Halbinsel mit ihren Traumstränden ist ein entspanntes Urlaubsziel der Kiwis und wurde uns von Einheimischen immer wieder empfohlen. Und obwohl wir leider Pech mit dem Wetter haben – es stürmt und regnet immer wieder und wir entgehen sogar nur knapp einem heftigen Zyklon -, genießen wir die Zeit hier noch einmal sehr. Unsere Empfehlungen auf Coromandel sind Hahei und Hahei Beach, ein gemütlicher Urlaubsort mit einigen Ferienhäusern, Campingplatz und Café. Hier unternehmen wir eine Wanderung zum Te Pare Point (3km), sowie zur bekannten Bucht Cathedral Cove (2,5km). Auch ein Ausflug nach Coromandel Town lohnt sich. Von hier gibt es eine direkte Fährverbindung nach Auckland. Spannend ist auch der Hot Water Beach, an dem heißes Thermalwasser unter dem Strand zum Baden einlädt. Wir hatten das Gefühl, auf Coromandel alleine könnte man gut zwei Wochen verbringen. Es gibt abgeschiedene Orte, die nur über unbefestigte Pisten zu erreichen sind, viele wunderbare Strecken am Wasser und unendlich viele Strände. Doch unsere zweimonatige Neuseeland-Reise endet hier. Der Rückflug ab Auckland wartet auf uns.

Quartier: The Church Accommodation (4 Nächte).

Fazit:

Neuseeland war für uns das perfekte Ziel für eine ausgiebige Elternzeitreise. Wir haben uns sehr verliebt in Land und Leute und haben mehr als einmal über die Überlegung gesprochen, dorthin auszuwandern. Wäre es nicht so weit weg, wir würden sicher direkt im nächsten Jahr noch einmal dorthin reisen, dabei sind wir sonst keine Wiederholungstäter, was Reiseziele angeht. Die Abwechslung aus tropischer Vegetation, Gletschern, rauen Bergen und Vulkanen, wilden Stränden, weiten Landschaften und interessanten Städten mit entspannter Atmosphäre hat es uns sehr angetan, und die Einheimischen zählen nach unserer Beobachtung zu den freundlichsten Menschen der Welt! Durch die Elternzeit hatten wir die Möglichkeit, zur idealen Jahreszeit im März und April in Neuseeland unterwegs zu sein. Sicher hat auch das zum Gelingen der Reise beigetragen. Sonniges Wetter, kaum Regen, aber auch nicht zu heiß. Und mit sieben Monaten hatte unsere Tochter ein hervorragendes Alter für so eine Fernreise. Noch nicht so mobil, aber auch nicht mehr ganz so winzig und zerbrechlich. Wir können es absolut empfehlen!

Wissenswertes:

→ Reisezeitraum? 22. Februar – 16. April 2026

→ Anreise? Ursprünglich hatten wir Business-Class-Flüge mit Qatar Airways gebucht von Amsterdam über Doha nach Auckland und zurück. Der Hinflug im Februar verlief auch wie geplant. Doch vier Tage nach unserer Ankunft in Auckland begann der Iran-Krieg und damit auch die Angriffe auf Katar und die VAE. Flüge über die Drehkreuze Doha und Dubai wurden über Monate ausgesetzt und dadurch auch unser Rückflug von Seiten der Airline storniert. Letztendlich mussten wir einen komplett neuen Rückflug buchen und sind mit Cathay Pacific von Auckland über Hongkong zurück nach Amsterdam geflogen.

→ Route? Auckland – Rotorua – Napier – Gisborne – Taupo – Tongariro NP – Wellington – Abel Tasman NP – Westport – Hokitika – Arthur´s Pass NP – Lake Tekapo – Aoraki Mount Cook NP – Christchurch – Picton – Ohingaiti – Hamilton – Coromandel Peninsula – Auckland

→ Quartiere? Haben wir alle vorab und individuell auf den Portalen booking.com und Airbnb gebucht.

→ Mietwagen? Unseren Toyota Hilux Pickup Mietwagen haben wir bei Ezi Car Rental inklusive Kindersitz gemietet. Auch die beiden Fährüberfahrten konnte man direkt hinzubuchen. Insgesamt waren wir absolut zufrieden. Auch eine kurzfristige Verlängerung des Mietwagens wegen unseres verschobenen Rückfluges war kein Problem. Die Kosten beliefen sich auf 4970€ für den gesamten Zeitraum unserer Reise inklusive der beiden Fährüberfahrten.

→ ideale Aufenthaltsdauer? Ich würde sagen, dass sich eine Reise nach Neuseeland nur lohnt, wenn man mindestens 6 Wochen Zeit hat, im Land zu sein. Der Flug aus Europa ist mit rund 30 Stunden einfach zu lang, beide Inseln haben unglaublich tolle Orte zu bieten, und man braucht einfach sehr viel Zeit, um über die oft engen Straßen überhaupt voran zu kommen. Mit unserer kleinen Tochter haben wir uns natürlich hier und da mehr Zeit gelassen, als wir es sonst, nur zu zweit, getan hätten, dennoch hätten wir auch so noch länger bleiben mögen – selbst nach fast zwei Monaten!

→ Reisekosten? Inklusive der Flüge, Mietwagen, Fährüberfahrten, Sprit, Unterkünften, Verpflegung und Eintrittsgebühren hat uns dieser fast zwei-monatige Roadtrip etwa 9500€ pro Person gekostet.

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